Klammheimlich

Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern: Strommarkt funktioniert nur auf dem Papier

Die Verbraucherschützer aus Mecklenburg-Vorpommern prangern die "klammheimlichen" Preiserhöhungen der Regionalversorger an. Und auch mit verschiedenen Vorgehensweisen sind sie nicht einverstanden.

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Die Verbraucherzentrale Mecklenburg-Vorpommern hat jetzt die Preise der regionalen Energieversorger unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Preise wurden klammheimlich erhöht. So müssen z.B. Kunden der WEMAG bei einem Stromverbrauch von 4000 Kilowattstunden im Jahr 55 DM (4,5 Prozent) mehr zahlen und bei den Stadtwerken Neubrandenburg beträgt die Erhöhung beim "NBStrom" sogar 6,9 Prozent, so dass 104 DM mehr zu zahlen sind, haben die Verbraucherschützer herausgefunden.


Dass Wettbewerb zu Preissenkungen führen kann, zeigt die Situation in Rostock. Weil die Stadtwerke mit dem "Ostseestrom" einen günstigen Preis anbieten, hat die e.dis mit dem "Warnowstrom" einen Sonderpreis eingeführt, der um 20 Prozent niedriger ist als im übrigen Versorgungsgebiet. So zahlt ein Rostocker Haushalt bei 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch 206 DM weniger als ein Haushalt im Umland. Die Schlussfolgerungen der Verbraucherzentrale: Nur über einen funktionierenden Markt sind günstige Preise zu realisieren. Und weiter heißt es: "Und nicht nur das. Er würde auch solche Fälle verhindern, wie sie sich zur Zeit abspielen: Nach den ersten Insolvenzen neuer Anbieter sind betroffene Kunden wieder bei ihrem "Altversorger" gelandet. Und obwohl sie pünktlich ihre Raten bezahlt haben, werden ihnen jetzt Forderungen in Höhe von mehreren hundert Mark für Netznutzugsentgelte aufgemacht, die durch das in Konkurs geratene Unternehmen nicht beglichen worden sein sollen. Den Gegenbeweis aber kann der betroffene Verbraucher kaum führen, da er seinen Versorger nicht mehr erreichen kann. "