Quecksilberbelastung

Verbraucherschützer wollen Glühbirnenverbot stoppen

Nach einem Test des Umweltbundesamts (UBA) fordern Verbraucherschützer von der EU-Kommission die Aussetzung des Glühbirnenverbots. Das UBA teilte am Donnerstag mit, Tests mit zerbrochenen Energiesparlampen hätten ergeben, dass die Quecksilberwerte bis zu 5 Stunden lang 20 Mal höher sind als zulässig.

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Berlin/Dessau (dapd/red) - "Wenn die Industrie es nicht schafft, bruchsichere und ungefährliche Lampen anzubieten, muss die Glühbirne über den Herbst 2011 hinaus im Handel bleiben", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Gerd Billen, in Berlin.

Der vzbv forderte von der Bundesregierung, in Brüssel eine Aussetzung des Verbots zu erwirken, bis für die Verbraucher sichere und praktikable Alternativen auf dem Markt sind. "Es kann nicht sein, dass der Staat ein sicheres Produkt verbietet und durch ein unsicheres ersetzt", kritisierte Billen.

Nach den Glühbirnen mit 100 und 75 Watt dürfen ab September 2011 auch solche mit 60 Watt nicht mehr in Verkehr gebracht werden. Die dritte Stufe des Glühbirnen-Verbots bedeute für Verbraucher einen besonders starken Einschnitt, da die 60-Watt-Birnen im Haushalt am häufigsten eingesetzt werden, sagte Billen.

Darüber hinaus fordert der vzbv ein Rückerstattungsrecht für Energiesparlampen, die beim Zerbrechen überhöhte Quecksilberkonzentrationen verursachen. Zugleich müsse das Bundesumweltministerium schnell umfassende Tests durchführen lassen, um sichere Daten zum Gefährdungsgrad zu erhalten.

Das UBA hat bislang nur im begrenzten Umfang zwei Lampentypen testen lassen. UBA-Präsident Jochen Flasbarth sagte: "Die richtige und notwendige Energieeinsparung von bis zu 80 Prozent gegenüber Glühbirnen muss einher gehen mit sicheren Produkten, von denen keine vermeidbaren Gesundheitsrisiken ausgehen."