Kehrtwende bei Solarförderung

Verbraucherschützer wollen Bau von Solaranlagen bremsen

Verbraucherschützer haben sich für eine radikale Kehrtwende bei der Förderung von Solarenergie ausgesprochen. Um hohe Stromkosten für die Kunden einzugrenzen, müsse der Neubau von Photovoltaikanlagen klar begrenzt werden, fordert der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv).

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (afp/red) - Für jedes Jahr solle es eine Prognose des Bundesumweltministeriums geben, aus der die Zahl neuer Anlagen und die Kostenbelastung für die Stromverbraucher hervorgeht, fordert ein Positionspapier der Verbarucherzentralen, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. "Werden die Zubaumengen in dem betreffenden Jahr um mehr als zehn Prozent überschritten, wird die Höhe der Solarförderung neu verhandelt", schlägt der VZBV vor. Mehrausgaben seien durch Kürzungen in den Folgejahren auszugleichen.

Umweltminister berät mit Solarbranche

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) wollte am Mittwoch mit Vertretern von Solarwirtschaft und Verbraucherschutzverbänden über die geplanten Subventionskürzungen für Solarenergie beraten. Dabei sollen die Beteiligten Vorschläge für die künftige Subventionierung der Branche machen. Union und FDP planen zur Jahresmitte eine zusätzliche Absenkung der Förderung. Bislang sinkt die Vergütung von Solarstrom bereits pro Jahr um bis zu zehn Prozent, die Zahl der neuen Anlagen ist aber nicht begrenzt.

Solarenergie wächst schneller als geplant

Der Solarverband BSW hat sich bislang zu einer zusätzlichen Absenkung von fünf Prozent bereit erklärt. Neben einer Deckelung der Förderung will der VZBV eine einmalige Senkung der Subventionen um 30 Prozent erreichen. Wie Spiegel Online berichtet, sollten nach Planungen des Bundesverbandes Solarwirtschaft im Jahr 2009 neue Solaranlagen mit einer Leistung von rund 680 Megawatt gebaut wären. Tatsächlich waren ws aber 3000 Megawatt. Die Kosten für die Solarförderung haben sich daher von geplanten 2,4 auf rund 10,4 Milliarden vervierfacht. Die Ausgaben für die Subventionen für Solarenergie werden auf die Strompreise umgelegt.

Röttgen hatte kürzlich erneut vor einer "Überförderung" der Branche gewarnt. Eingeladen zu dem Treffen in Berlin sind unter anderen die Firmen Bosch, Solarworld und Q-Cells sowie der Verbraucherzentrale Bundesverband.