"Wende liegt noch vor uns"

Verbraucherschützer warnen vor Konferenz-Euphorie

Die Internationale Konferenz für erneuerbare Energien schloss Ende vergangener Woche mit einem Aktionsplan. Umweltminister Trittin zeigte sich darüber sehr zufrieden. Nicht jedoch der Bund der Energieverbraucher. Ihm gehen die Pläne nicht weit genug und werden dem dringenden Handlungsbedarf nicht gerecht.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Rheinbreitenbach (Bund der Energieverbraucher/sm) - "Die Wende zu erneuerbaren Energien ist noch nicht geschafft - auch nicht durch die Bonner Konferenz. Statt Bekenntnissen brauchen die erneuerbaren Energien gleichberechtigte Wettbewerbsbedingungen und einen sorgsameren Umgang mit Energie. Davon sind wir noch weit entfernt", mahnt Aribert Peters, Vorsitzender des Bundes der Energieverbraucher (BdE) vor zu viel Euphorie nach den Beschlüssen der renewables 2004, die letzte Woche in Bonn stattfand.

Faire Wettbewerbschancen angemahnt

Noch immer entfielen weltweit mehr als neunzig Prozent aller Investitionen, Subventionen und Forschungsmittel auf Öl, Gas, Kohle und Atomenergie. Die Konferenz machte dies als zentralen Fehler derzeitiger Energiepolitik aus. Eine Kurskorrektur sei jedoch weder weltweit noch in Deutschland zu erkennen, kritisiert Peters. Sie werde im Gegenteil sogar massiv behindert durch die Interessen der etablierten Energiewirtschaft.

Weitermachen wie bisher reicht nicht

Die Konferenz hat zugleich auch den Zusammenhang zwischen Armut, Entwicklungsrückstand und Energieversorgung deutlich gemacht. Handeln sei daher aus Gründen des Umweltschutzes, der Versorgungssicherheit, des Weltfriedens und der Armutsbekämpfung dringend nötig, appelliert Peters. Der von der Konferenz beschlossene Aktionsplan und die politische Erklärung gingen jedoch nur wenig über das "Business as usual" hinaus. Hier könne man keinesfalls von einem großen Durchbruch sprechen. "Die Beschlüsse und Handlungspläne der Konferenz werden dem dringenden Handlungsbedarf in keiner Weise gerecht", resümiert Peters daher enttäuscht. "Die Konferenz hat die Aufmerksamkeit auf die gravierenden Defizite bei der Nutzung erneuerbarer Energien gelenkt und auch auf den kurzfristigen Handlungsbedarf. Der Kampf um unsere Energiezukunft hat zwar begonnen, er ist aber noch nicht gewonnen."