Nur vermeintlich günstiger

Verbraucherschützer warnen vor Gas zum Festpreis

Gas-Festpreise für ein oder zwei Jahre - für viele Verbraucher könnte das ein verlockendes Angebot sein, muss man sich doch nicht mit mehreren Preiserhöhungen pro Jahr rumschlagen. Verbraucherschützer warnen jedoch, denn so könne man auch nicht von eventuellen Preiskorrekturen nach unten profitieren.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (ddp/sm) - Angesichts steigender Gaspreise locken einige Energieversorger Kunden mit einem vermeintlich günstigen Angebot. Sie verkaufen Gas per Jahresvertrag zu einem Festpreis. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen birgt diese Offerte aber auch Risiken.

Der Grund: Am einmal fixierten Preis lasse sich nicht mehr rütteln - auch dann nicht, wenn die laufenden Klagen oder die Offenlegung der Preiskalkulation beim Bundeskartellamt ergeben, dass die derzeitigen Einkaufspreise den Festpreis eigentlich nicht rechtfertigen. Während Verbraucher bei Gasbezugsverträgen mit unbestimmter Laufzeit zu den allgemeinen Tarifen gegebenenfalls mit dem Hinweis auf unwirksame Preisklauseln oder auf unbillige Erhöhungen Rückzahlungen einfordern könnten, werde diese Möglichkeit bei Festpreisverträgen versperrt.

Die Verbraucherschützer empfehlen, vor der Unterschrift unter einen solchen Vertrag einen Preisvergleich zu machen. Bei den Fixtarifen müssen danach Arbeits- und Grundpreis mit dem allgemeinen Bezugspreis verglichen werden. Zu prüfen sei, ob sich das Angebot bei den Verbrauchsmengen des jeweiligen Haushalts rechnet.

Wer die in der letzten Jahresabrechnung angegebene Verbrauchsmenge mit dem Arbeitspreis, beispielsweise 4,99 Cent pro Kilowattstunde, multipliziere, könne einen ersten Überblick über mögliche Einsparpotenziale gewinnen. Darüber hinaus müssen die vielerorts bereits angekündigten weiteren Preiserhöhungen der Versorger für die allgemeinen Erdgaspreise im nächsten Jahr in die Berechnung einfließen.