EEG-Novelle

Verbraucherschützer: Solarstrom-Fördersätze kürzen

Die Förderung von Solarstrom muss nach Ansicht von Verbraucherschutz-Präsident Gerd Billen bei Neuanlagen gekürzt werden. Die gesunkenen Herstellungskosten müssten zudem an die Verbraucher weitergegeben werden, trotz gestiegenem Absatz seien Solarsysteme kaum billiger geworden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die Einspeisevergütungen, die nach dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) an Nutzer von Photovoltaik-Anlagen gezahlt werde, sollten "deutlich sinken", sagte er der "Frankfurter Rundschau" (Mittwochausgabe). Zudem müssten Solarfirmen die gesunkenen Kosten für Solarzellen und -module an die Verbraucher weitergegeben, "um im Wettbewerb mit Atom- und Kohlestrom weiter Boden zu gewinnen".

Billen forderte die Solarbranche auf, die Höhe der Förderung selbst zum Thema zu machen. "Das gehört im Zuge der geplanten EEG-Novellierung auf den Prüfstand", sagte der Vorstand des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes. Anstatt das Feld in dieser kritischen Debatte den Stromkonzernen zu überlassen, müsse die Branche selbst ein Angebot auf den Tisch legen. "Den Argumenten der Multis, Strom sei unter anderem nur wegen der EEG-Förderung so teuer, muss sie etwas entgegensetzen", sagte Billen. Die zunehmende Wirtschaftlichkeit von Solarstrom müsse sich auch in niedrigeren Belastungen für alle Haushaltskunden niederschlagen.

Billen kritisierte, dass die Solarsysteme trotz des stark gestiegenen Absatzes kaum billiger geworden seien. Billen empfahl Solarstrom-Interessenten, Anlagenpreise und -Leistung kritisch zu vergleichen: "Unsere Energieberater berichten von Schwankungen zwischen 4500 und 8000 Euro für eine Ein-Kilowatt-Anlage".