Teure Leitung

Verbraucherschützer rechnen durch Ostsee-Pipeline mit Gasverteuerung

Nicht nur, dass der ehemalige Bundeskanzler Gerhard Schröder im Aufsichtsrat des Gaspipeline-Konsortiums sitzen soll, auch der Bau der deutsch-russischen Leitung an sich sorgt nicht für besonders viel Enthusiasmus in Deutschland: Verbraucherschützer befürchten, Gas werde dadurch nur noch teurer.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Verbraucherschützer warnen vor einem weiteren Anstieg der Gaspreise durch die geplante Ostsee-Pipeline. "E.ON Ruhrgas baut die Leitung nicht, um den Gaspreis zu senken", sagte Carel Mohn vom Bundesverband der Verbraucherzentralen dem "Tagesspiegel" (Mittwochausgabe).

Vielmehr würden sich durch die Beteiligung von E.ON am Bau der Pipeline die Monopolstrukturen in Deutschland verfestigen. E.ON Ruhrgas habe hierzulande einen Marktanteil von 56 Prozent.

Mit Blick auf die geplanten Kosten der Pipeline von vier Milliarden Euro äußerte auch der energiepolitische Sprecher der Grünen, Hans-Josef Fell, gegenüber der Zeitung ähnliche Bedenken. "Diese Summe muss erst mal wieder reinkommen", sagte er dem Blatt. "Günstiger wird Gas für die Verbraucher auf keinen Fall", ist er sich sicher.

"Je mehr Leitungen gebaut werden, desto höher steigt der Gaspreis", erklärte auch Energieexperte Georg Erdmann von der Technischen Universität Berlin der Zeitung. Das sei der Preis für mehr Versorgungssicherheit.

Der russische Gasmonopolist Gasprom hat zusammen mit den deutschen Konzernen E.ON und BASF am vergangenen Freitag den Bau einer Gaspipeline von Russland durch die Ostsee nach Deutschland begonnen. 2010 soll das Projekt in Betrieb gehen.