In Rheinland-Pfalz

Verbraucherschützer monieren hohe Energiepreise

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz fordert eine größere Transparenz bei Öl- und Gaspreisen und die schnelle Einführung des Wettbewerbs auf dem Gasmarkt. Von der vielfach zitierten Steigerung der Beschaffungskosten seien alle Regionalversorger gleichermaßen betroffen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mainz (ddp-rps/sm) - Gleiches gelte für die Ölpreisbindung, die häufig als zweites Argument für die Erhöhung herangezogen werde, sagte der Energiereferent der Verbraucherzentrale, Hans Weinreuter, am Montag in Mainz.

Daher sei es völlig unverständlich, dass die Spanne bei den Energiepreiserhöhungen der 42 Gasversorger in Rheinland-Pfalz seit August 2004 zwischen 0,75 und 1,64 Cent pro Kilowattstunde bei einer Abnahmemenge von 20 000 Kilowatt betrage. Die Strompreise der 62 Versorger in Rheinland-Pfalz seien in diesem Zeitraum zwischen 0,48 und 2,59 Cent pro Kilowattstunde bei einem Durchschnittsverbrauch von 3500 Kilowattstunden angewachsen. Für einen solchen Musterhaushalt bedeute das eine Kostensteigerung von 85 bis 244 Euro beim Gas sowie zwischen 16 und 57 Euro beim Strom pro Jahr.

Noch bestehe für den Endverbraucher keine Möglichkeit, den Gasversorger zu wechseln, sagte Weinreuter. Der Verbraucher habe bei einer Erhöhung allerdings eine Widerspruchsmöglichkeit und viele würden damit ihre Jahresrechnungen kürzen, um den Anbieter zu einer Aufschlüsselung seiner kosten zu zwingen. Ein Konflikt mit dem Energieversorger könne aber unter Umständen einen langen und kräftezehrenden Rechtsstreit nach sich ziehen und müsse reiflich überlegt sein.

Die Verbraucherzentralen im Land halten einen kostenlosen Musterbrief für einen solchen Einspruch bereit. Bei zu hohen Strompreisen könnten die Verbraucher hingegen den Anbieter wechseln, allerdings schreckten noch viele vor dem derzeitigen Aufwand zurück. Daher sei es notwendig, auch hier die Modalitäten zu verändern, um den Verbrauchern diesen Schritt zu erleichtern. Manche Versorger wiesen bei der Preissteigerung darauf hin, dass die Landeskartellbehörde ihre Preise nicht beanstandet habe und daher ein Widerspruch keine Aussicht auf Erfolg habe. Dies sei aber nicht richtig, da das Ergebnis einer kartellrechtlichen Prüfung nichts zu tun habe mit der Frage, ob die Preiserhöhung dem so genannten billigen Ermessen im Sinne des Zivilrechts entspreche. Zu dieser Frage stünden in diesem Jahr noch einige Gerichtsentscheidungen an, denen wohl auch eine Grundsatzentscheidung des Bundesgerichtshofs folge.

Derzeit seien Gasversorger nicht dazu verpflichtet, Preissteigerungen ihren Kunden einzeln mitzuteilen, sondern würden das vielfach nur über die Presse tun, sagte Weinreuter. So erführen viele Nutzer erst bei ihrer Jahresabrechnung davon. Um sich grundsätzlich von den Preissteigerungen unabhängiger zu machen, rät der Energiefachmann Verbrauchern vor allem, den Energiebedarf zu reduzieren. Das gehe am besten durch eine gute Dämmung des Hauses. Hier geben die Energieberater der Verbraucherzentralen noch bis zum 28. Februar kostenlos Tipps, ab 1. März kostet ihre Hilfe fünf Euro.

Von Kirsten Reuschenbach