Rechtslage

Verbraucherschützer mahnen Solarunternehmen ab

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt vor unlauteren Garantieversprechen mancher Photovoltaikanlagen-Hersteller. Es sei vielfach problematisch, für Mängel entschädigt zu werden. Die Verbraucherschützer vermuten, dass teilweise auch aus Unkenntnis deutsches Recht nicht explizit berücksichtigt wurde.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Düsseldorf (dapd/red) - Die Unternehmen garantierten für ihre Module zwar bis zu 30 Jahre lang maximale Erträge aus der Solarenergie, sagte Verbraucherzentralenvorstand Klaus Müller am Dienstag in Düsseldorf. Sollten die Erträge jedoch geringer ausfallen als erwartet oder die Module fehlerhaft sein, gebe es hohe Hürden für die Inanspruchnahme der Garantie. Die Verbraucherschützer mahnten daher fünf Marktführer der Branche ab.

Unter anderem müssten Verbraucher im Schadensfall die Kosten für eine Prüfung und den Aus- und Wiedereinbau der Module übernehmen, berichtete Müller. Doch darauf werde lediglich im Kleingedruckten hingewiesen. Einige der Unternehmen behielten sich zudem vor, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, ob ein Garantiefall beziehungsweise Ausschlussgründe vorlägen.

Solarenergie: Offenbar erschwerte Entschädigungen

Und selbst wenn die Unternehmen zugunsten des Kunden entscheiden, ist nach Müllers Angaben damit noch längst nicht klar, dass der Kunde auch angemessen entschädigt wird. Vielmehr wollen drei der abgemahnten Unternehmen nur den Kaufpreis oder gar nur den Restwert des mangelhaften Moduls erstatten, aber keine Entschädigung für die durch das fehlerhafte Modul bedingte geringere Leistung der Anlage zahlen. Erschwert werde die Reklamation zum Teil auch dadurch, dass Kunden ihre Beschwerden nur auf Englisch einreichen könnten.

Vorsatz will Müller den Photovoltaikanlagen-Herstellern jedoch nicht unterstellen. "Ich glaube, da hat sich keiner Gedanken gemacht", sagte der Verbraucherschützer. Teilweise gelte das Kleingedruckte offenbar für Europa oder gar die ganze Welt. Deutsches Verbraucherrecht sei dabei nicht berücksichtigt worden.

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