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Verbraucherschützer fordern zügige Novelle des Kartellrechts

Die angekündigte Strompreiserhöhung von Vattenfall hat Verbraucherschützer auf den Plan gerufen. Holger Krawinkel, Energieexperte des Bundesverbands der Verbraucherzentralen, fordert nun eine zügige Novelle des Kartellrechts und rief betroffene Kunden auf, den Anbieter zu wechseln.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Nach der angekündigten Strompreiserhöhung in Berlin haben Verbraucherschützer gefordert, die geplante Novelle des Kartellrechts zügig voranzutreiben. "Dann kann das Kartellamt gegen die Preistreiberei vorgehen", sagte Holger Krawinkel, Energieexperte der Verbraucherzentrale Bundesverband, dem Berliner "Tagesspiegel" (Donnerstagsausgabe). Der Energiekonzern Vattenfall hatte am Mittwoch angekündigt, die Strompreise in der Hauptstadt zum 1. Juli um durchschnittlich 6,5 Prozent zu verteuern und als Begründung unter anderem hohe Beschaffungskosten genannt.

Die Großhandelspreise, die an der Leipziger Strombörse verlangt würden, lägen Studien zufolge in Deutschland um rund 30 Prozent über dem Marktpreis und seien damit völlig überhöht, kritisierte Krawinkel. Die hohe Angebotskonzentration treibe die Strompreise künstlich nach oben. Umso dringender müsse die Politik die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) auf den Weg gebrachte Novelle des Kartellrechts verabschieden. "Sie sollte bis zum Sommer in Kraft sein", sagte Krawinkel.

Den Berliner Stromkunden empfahl der Verbraucherschützer angesichts der Preiserhöhung den Wechsel zu einem billigeren Konkurrenten. "Kunden sollten umgehend prüfen, ob sie einen günstigeren Anbieter finden", sagte Krawinkel.