Abhängigkeit verringern

Verbraucherschützer fordern milliardenschweren Energiesparfonds

Die Bundesregierung soll die Stromkonzerne nach dem Willen von Verbraucher-schützern zum Aufbau eines Energiesparfonds in Milliardenhöhe zwingen. Die Firmen sollten in diesen Fonds einen Teil ihrer Gewinne einzahlen, forderte der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands, Gerd Billen, in der "Süddeutschen Zeitung".

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Deutschland könne seine Abhängigkeit von Öl und Gas nur dann nachhaltig verringern, wenn die Energieeffizienz stark steige. "In 20 Jahren darf es nicht mehr zu einer volkswirtschaftlichen Krise führen, wenn Gazprom Gaslieferungen boykottiert oder das Barrel Rohöl 150 Dollar kostet", sagte Billen. Die Parteien müssten ihre Klientelpolitik zugunsten der Konzerne aufgeben und die EU-Kommission in deren Kampf für mehr Wettbewerb unterstützen.

Schwerpunkt des Programms zur Effizienzsteigerung muss dem Verbraucherschützer zufolge die Gebäudesanierung sein. "Für den Gebäudebestand fordern wir das Sieben-Liter-Haus», sagte er. Damit geht Billen dem Bericht zufolge weit über die Pläne der Bundesregierung hinaus, die einen maximalen Energieverbrauch von jährlich sieben Litern Heizöl pro Quadratmeter nur für Neubauten vorschreiben will.

Die Bundesregierung will laut Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) Anfang nächsten Jahres Verbraucherverbände und Energieerzeuger an einen Tisch bringen.