Hoher Ölpreis

Verbraucherschützer fordern Kehrtwende in der Energiepolitik

Angesichts des hohen Ölpreises fordern Verbraucherschützer eine Kehrtwende in der Energie- und Verkehrspolitik. Wichtig seien insbesondere deutlich höhere Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr. Auch bei der Gebäudebeheizung sei noch zu wenig erreicht worden.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - "Wir müssen uns jetzt endlich auf dauerhaft steigende Öl- und Spritpreise einstellen", sagte der Energieexperte des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen (VZBV), Holger Krawinkel, der "Berliner Zeitung" (Freitagausgabe). Vor allem müsse viel stärker in den öffentlichen Personenverkehr investiert werden. "Es muss sichergestellt werden, dass die Menschen Mobilität auch in Zukunft bezahlen können", sagte Krawinkel. Das sei nur über ein stark ausgeweitetes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.

Eine zeitweise Verringerung der Steuerlast auf Benzin sei zwar ebenfalls eine Möglichkeit, die Verbraucher zu entlasten, "aber es würde uns nur eine sehr kurze Verschnaufpause verschaffen", sagte Krawinkel. "Der hohe Ölpreis und damit der steigende Benzinpreis liegen außerhalb des Einflussbereichs deutscher und europäischer Politik. Die schwindenden Reserven und die steigende Nachfrage zeigen: Öl und Benzin werden langfristig deutlich teurer, geringere Steuern ändern nichts an diesem Trend."

Gleiches gelte für den Güterverkehr. Auch hier müsse der Staat noch stärker auf einen Ausbau des Schienenverkehrs hinarbeiten. Zudem müsse noch stärker auf Energieeinsparungen bei der Gebäudebeheizung gesetzt werden. Auch über einen Wechsel der Energieträger sei nachzudenken, forderte Krawinkel.