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Verbraucher zahlen jährlich 13 Milliarden Euro zu viel für Strom

Nach Angaben von Verbraucherschützern gehört das Preisniveau beim Strom europaweit zu den höchsten. Hessens Wirtschaftsminster Rhiel nahm die neuen Berechnungen zum Anlass, die Verbraucher zu einem Wechsel des Anbieters aufzurufen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Frankfurt/Main (ddp/sm) - Die deutschen Bürger zahlen nach Angaben von Verbraucherschützern jährlich 13 Milliarden Euro zu viel für ihren Strom. Vor diesem Hintergrund rief Hessens Wirtschaftsminister Alois Rhiel (CDU) die Verbraucher am Mittwoch in Frankfurt am Main auf, von ihrem Recht zur Wahl eines günstigeren Anbieters Gebrauch zu machen. Dadurch sollte der Wettbewerb angeregt und der Druck auf die Preise erhöht werden.

Rhiel bedauerte, dass viele Verbraucher in Deutschland aus unbegründeter Sorge zögerten, den Stromanbieter zu wechseln. Seiner Ansicht nach sind das die Auswirkungen einer "gezielten Angstkampagne" der Stromerzeuger aus den Jahren 1998 bis 2000. "An der Qualität und der Zuverlässigkeit der Stromversorgung ändert sich durch einen Wechsel von Tarif oder Anbieter absolut nichts", sagte er.

Die Chefin der Verbraucherzentrale Hessen, Jutta Gelbrich, betonte, das Preisniveau beim Strom in Deutschland gehöre zu den höchsten in Europa. Die Verbraucherzentralen gehen davon aus, dass Privathaushalte und Betriebe jährlich 13 Milliarden Euro zu viel für ihren Strom zahlen. Auch der Deutsche Mieterbund appellierte an die Verbraucher, insbesondere an die Vermieter, häufiger Stromtarife zu wechseln, um dem Nebenkostenanstieg entgegenzuwirken.

Unterdessen soll der grenzüberschreitende Stromfluss in Zukunft deutlich erleichtert werden. Die Wirtschaftsminister von Deutschland, Frankreich, Belgien, Luxemburg und den Niederlande sowie Vertreter der Regulatoren, Strombörsen, Netzbetreiber und Energieverbände unterzeichneten am Mittwoch in Luxemburg eine Absichtserklärung zur Schaffung eines nordwesteuropäischen Regionalmarktes zum 1. Januar 2009.

Nach Angaben des deutschen Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) bedeutet das Abkommen eine effizientere Nutzung der Kuppelstellen-Kapazitäten zwischen den Ländern. Dadurch soll die Wirtschaftlichkeit und die Versorgungssicherheit und auch der Umweltschutz verbessert werden. Wie sich die Regelung auf die Strompreise auswirkt, konnte der Verband nicht sagen.