Klima-Barometer

Verbraucher wollen Energiewende nicht mitfinanzieren

Das Interesse der Bevölkerung am Thema Klimaschutz ist im letzten Quartal 2010 wieder angestiegen. Besonders die erneuerbaren Energien und ihr Ausbau wurden von der Öffentlichkeit rege diskutiert. Dabei ist die Mehrheit nicht bereit, durch höhere Stromkosten dazu beizutragen.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Trotz der 16. Weltklimakonferenz in Cancún im Dezember 2010 erreichte der Klimaschutz nicht die öffentliche Aufmerksamkeit, die die Konferenz in Kopenhagen 2009 ausgelöst hatte. Das Klimabarometer, das vierteljährlich von der gemeinnützigen co2online GmbH veröffentlicht wird, verzeichnete für das vierte Quartal 2010 immerhin einen Index-Anstieg von 55 auf 73 Punkte (Durchschnittswert 100).

Erneuerbare: Bitte ohne Stromkosten-Aufschlag

Ein viel diskutiertes Thema des vierten Quartals 2010 waren die erneuerbaren Energien. Ihr Ausbau wurde in der Öffentlichkeit vor allem im Zusammenhang mit der Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken sowie der Strompreissteigerung aufgrund der gesteigenen EEG-Umlage diskutiert. Nur noch 28 Prozent sind bereit, den Ausbau erneuerbarer Energien durch einen Stromkosten-Aufschlag mitzutragen.

Gefragt nach dem wichtigsten Grund für den Ausbau erneuerbarer Energien, sprechen sich die Teilnehmer vor allem für die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern (39 Prozent) und für Klimaschutz (36 Prozent) aus. Die Finanzierung der Energiewende ist jedoch für die Mehrheit der Befragten umstritten: 55 Prozent sind der Meinung, der Ausbau sollte sich ohne Subventionen finanzieren und nicht zu Lasten der Verbraucher gehen.

Photovoltaik beliebteste regenerative Energiequelle

Bei der Wahl einer regenerativen Energiequelle für das eigene Heim gibt es bei den Befragten einen eindeutigen Favoriten: die Sonne. Die klare Mehrheit würde eine Solarthermie- oder Photovoltaikanlage (zusammen 59 Prozent) installieren lassen, um ihren Haushalt mit Wärmeenergie oder Strom direkt vom eigenen Dach zu versorgen. Das Heizen mit Holz oder der Einsatz einer mit Ökostrom betriebenen Wärmepumpe fanden weniger Zuspruch.

Der im Klimabarometer dargestellte Index setzt sich aus vier Indikatoren zusammen: der Experteneinschätzung zum Interesse in der Bevölkerung am Klimaschutz, der Anzahl der Medien-Beiträge, dem Interesse der Internet-Öffentlichkeit, gemessen an entsprechenden Suchanfragen bei Google und der Nutzung ausgewählter Ratgeber der Klimaschutzkampagne zu Energiesparmaßnahmen und Energieeffizienz.