Aufforderung

Verbraucher sollen bei überhöhten Energiepreisen nicht zahlen

Mit Blick auf die weiter steigenden Preise für Strom und Gas fordert der Bund der Energieverbraucher die Kunden bei überhöhten Tarifen zur Zahlungsverweigerung auf. "Allen Verbrauchern steht das Recht zu, die Zahlung von überhöhten Preise zu verweigern", sagte heute der Vorsitzende Aribert Peters.

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Rheinbreitbach (ddp/sm) - Dieses Recht werde vom Bundesgerichtshof und zahlreichen Instanzgerichten immer wieder bestätigt. Selbst "eine Armada bestbezahlter Anwälte" könne daran nichts ändern, so Peters.

"Immer mehr Verbraucher sollten den Mut zum Widerstand, zur Zahlungsverweigerung fassen, unterstützt vom Bund der Energieverbraucher und den Verbraucherzentralen", fügte Peters hinzu. Die jüngsten Ankündigungen von Strom- und Gaspreiserhöhungen zeigten, dass es keinen anderen wirksamen Schutz für Verbraucher gebe.

Peters betonte unter Verweis auf verschiedene Urteile, dass die Versorger bei Preiserhöhungen ihre Kalkulation hinreichend offen legen müssten. Zudem dürften die Versorger den Strom oder das Gas nicht einfach abschalten, wenn ein Kunde einen höheren Preis nicht zahlen will und vergeblich auf eine Erklärung für die Verteuerung wartet.

Erst am Vortag hatte der größte deutsche Energiekonzern E.ON angekündigt, für fünf seiner sieben deutschen Regionalversorger die Gaspreise zum 1. Oktober erneut anheben zu wollen. Die Erhöhungen sollten im Durchschnitt fünf bis zehn Prozent betragen. Neben den Gaspreiserhöhungen hatten die Regionalversorger von E.ON in dieser Woche zudem eine Anhebung der Strompreise zum Jahreswechsel angekündigt. Auch der größte deutsche Stromerzeuger RWE hat bereits höhere Strompreise ab 2007 beantragt.

Angesichts der stark gestiegenen Gewinne der vier großen deutschen Konzerne E.ON, RWE, Vattenfall Europe und EnBW sind die Pläne zuvor bereits bei Verbraucherschützern und Politikern auf Kritik gestoßen. Sie warfen den Unternehmen die Ausnutzung einer Monopolstellung vor.

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