Intelligente Stromzähler

Verbraucher lehnen kostenpflichtige Smart Meter ab

Viele Verbraucher bezweifeln den Nutzen intelligenter Stromzähler und lehnen die Geräte zumindest dann ab, wenn sie selbst dafür zahlen müssen. Aber auch das Thema Datenschutz spielt eine Rolle; etwa die Hälfte der Teilnehmer einer Umfrage sorgt sich um ihre Daten.

Stromzähler© EnBW

Berlin (AFP/red) - Die deutschen Verbraucher zweifeln am Nutzen intelligenter Stromzähler, die nach dem Willen der Regierung in den kommenden Jahren schrittweise eingeführt werden sollen. In einer Umfrage für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), die dem "Handelsblatt" vorab vorlag, lehnten 70 Prozent die Einführung eines sogenannten Smart Meters ab, wenn sie dafür bis zu 100 Euro selbst zahlen müssen. 38 Prozent befürchten laut Bericht Zusatzkosten durch eine Umrüstung, die Hälfte der Befragten sorgt sich um den Schutz ihrer Daten.

Die Messgeräte sollen detaillierten Einblick in das Verbrauchsverhalten geben und so mögliche Stromfresser und Einsparpotenziale sichtbar machen. Zusätzlich sollen sie Nutzungsdaten nach außen übertragen.

Smart Meter: Zusätzliche Kosten – zweifelhafter Nutzen

Laut vzbv werden die intelligenten Stromzähler zusätzliche Kosten für den durchschnittlichen Haushalt verursachen. Ein Nutzen hingegen sei aufgrund fehlender variabler Stromtarife und offener Fragen bei der Visualisierung des Verbrauchs nicht gesichert. "Für die meisten Haushalte wird sich der Einbau nicht lohnen", sagte Ingmar Streese, Leiter des Geschäftsbereichs Verbraucherpolitik beim vzbv.

Das Kabinett hatte Anfang November das Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende beschlossen und damit die schrittweise Einführung von Smart Metern. Sie sollen bis 2020 gemäß einer EU-Richtlinie in mindestens 80 Prozent der Haushalte installiert werden.

Quelle: AFP