Zu Lasten der Verbraucher

Verbraucher Initiative spricht sich gegen E.ON-Ruhrgas-Fusion aus

Eine Fusion von E.ON und Ruhrgas würde den Wettbewerb, die Wahlfreiheit und die Einflussmöglichkeiten von Verbrauchern im Energiemarkt massiv gefährden. Aus diesem Grund fordert die Verbraucher Initiative die Bundesregierung auf, die beantragte Ministererlaubnis zu verweigern. Zudem sollte Verbraucherministerin Künast ein Wörtchen mitreden können.

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Die Verbraucher Initiative warnt vor den Folgen einer Fusion der Energieunternehmen E.ON und Ruhrgas. Der Zusammenschluss würde den Wettbewerb und damit die Wahlfreiheit und die Einflussmöglichkeiten von Verbrauchern im Energiemarkt massiv gefährden.

Mit ihrem Antrag auf Ministererlaubnis für die Übernahme der Mehrheit an der Ruhrgas AG strebe das Unternehmen E.ON eine marktbeherrschende Stellung im nationalen Energiemarkt an, heißt es in dem Hintergrundpapier der Verbraucherschützer. Der neue Konzern würde 80 Prozent des Gasabsatzes in Händen halten und zugleich etwa ein Viertel der Kapazitäten zur Erzeugung und Verteilung von Strom kontrollieren. "Durch die Fusion würde ein Megaplayer entstehen, der das zarte Pflänzchen Energiemarkt zu zerdrücken droht," warnt deshalb Georg Abel, Bundesgeschäftsführer der Verbraucher Initiative. Nach Ansicht des Bundesverbandes besteht die große Gefahr, dass ein Konzern E.ON-Ruhrgas Konkurrenten vom Markt drängt und neue Unternehmen keine Chance mehr haben. Georg Abel: "Im Energiemarkt droht durch die Fusion eine Art private Planwirtschaft zu entstehen. Das ist nicht im Interesse der Allgemeinheit."

Abel sieht daher gute Chancen, dass die Bundesregierung die beantragte Ministererlaubnis verweigert. Die Verbraucher Initiative forderte Bundeskanzler Schröder dazu auf, die Entscheidung nicht allein dem Wirtschaftsministerium zu überlassen. "Hier sind grundlegende Verbraucherinteressen berührt. Daher muss Verbraucherschutzministerin Künast ein gewichtiges Wort mit reden." Der Verband kündigte an, sich bei der Bundesregierung und der EU-Kommission für die Ablehnung der Fusion einzusetzen.

Das Hintergrundpapier der Verbraucher Initiative findet sich unter www.verbraucher.org.