Energiepolitik ohne Atom

Verbraucher Initiative fordert Stromsparfonds und rät zu Ökostrom

Anlässlich des Jahrestages der Tschernobyl-Katastrophe fordert die Verbraucher Initiative eine Energieversorgung ohne Atomstrom. Die von den Energiekonzernen angezettelte Debatte um die Laufzeitverlängerung dürfe nicht länger ablenken von den Zukunftsthemen Klimaschutz und Verbraucherrechte.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Ungeachtet des Atomausstiegs komme in Deutschland immer noch knapp ein Drittel des Stroms aus Atomkraftwerken, kritisiert die Verbraucher Initiative. Bis der letzte Reaktor vom Netz geht, werde sich die Menge an Atommüll gegenüber heute annähernd verdoppeln. "Angesichts der ungelösten Frage der Endlagerung ist dieser Weg gegenüber künftigen Generationen unverantwortlich", so Ralf Schmidt-Pleschka, Energieexperte der Initiative.

Der Energiemarkt stehe heute vor neuen Herausforderungen. Die Verminderung des Kohlendioxidausstoßes stocke in Deutschland seit Jahren. Die Bestrebungen der Energiekonzerne, Atomstrom ausgerechnet durch den massiven Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke zu ersetzen, zeuge von einer "unerträglichen Ignoranz". Der Bundesverband rät Verbrauchern daher, auf Ökostrom umzusteigen.

Darüber hinaus fordert der Verband von der Bundesregierung, für die Erhöhung der Stromeffizienz aktiv zu werden. Seit 1990 sei der Stromverbrauch in Privathaushalten um 20 Prozent gestiegen. "An die Stelle von Appellen an die Verbraucher müssen ein Stromsparfonds und klare Vorgaben für den Stromverbrauch von Geräten treten", so Schmidt-Pleschka.