"Kohle für’s Stromsparen"

Verbraucher Initiative fordert Prämien für stromsparende Haushaltsgeräte

Die Verbraucher Initiative fordert von Politik und Energiewirtschaft beim Stromsparen "entschlossenes Handeln statt warmer Worte". Bislang fehle es an wirksamen Instrumenten, den Stromverbrauch zu senken. Nötig sei ein Prämienprogramm für stromsparende Haushaltsgeräte.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Immer mehr strombetriebene Geräte und wachsende Stand-by-Verluste haben den Stromverbrauch in den deutschen Privathaushalten seit 1990 um 20 Prozent steigen lassen. Um diesen Trend umzukehren, müsse die Energiewirtschaft in Energieeffizienz investieren anstatt in klimaschädliche Kohlekraftwerke. Die Verbraucher Initiative fordert von den Stromanbietern ein groß angelegtes Prämienprogramm für den Kauf besonders sparsamer Haushaltsgeräte.

In deutschen Haushalten finden sich allein 30 Millionen Kühl- und Gefriergeräte, die älter sind als zehn Jahre. Der vorzeitige Austausch dieser Stromfresser gegen sparsame Neugeräte könne den Stromverbrauch pro Jahr um 170.000 Megawattstunden senken. "Für Verbraucher macht sich ein Spargerät erst mittelfristig bezahlt, das hält viele vom Kauf ab", so Bundesgeschäftsführer Georg Abel. Der Kauf eines Spargerätes solle deshalb je nach Energieeffizienz mit 50 bis 100 Euro belohnt werden. Ausgezahlt werden könne die Prämie zeitlich befristet über den Handel oder den Energieversorger.

Ein derartiges Prämienprogramm habe zahlreiche Vorteile: Gut 100.000 Tonnen CO2 würden jährlich vermieden, Privathaushalte bei der Stromrechnung um rund 30 Millionen Euro entlastet und Hersteller und Handel würden zusätzliche Umsätze beschert. Dem stünde ein Fördermittelbedarf von etwa 30 bis 40 Millionen Euro pro Jahr gegenüber.

Das Prämienprogramm soll nicht aus Steuermitteln finanziert werden. Stromsparen nutze auch den Energieversorgern, da sie weniger Kraftwerke bauen müssten. Deshalb sollten sie das Prämienprogramm auch bezahlen. Ohnehin schenke ihnen der Staat seit 2005 Milliardenbeträge in Form von CO2-Emissionszertifikaten. "Die CO2-Handelserlöse müssen für die Steigerung der Energieeffizienz genutzt werden. Bereits ein Bruchteil davon reicht aus, um das Prämienprogramm zu finanzieren", so Ralf Schmidt-Pleschka, Bereichsleiter Umwelt der Verbraucher Initiative.

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