Diskussionsbedarf

Verbraucher halten Energiesparlampen für schädlich

Bereits seit Jahren äußern Verbraucher unterschiedlichste Kritik an Energiesparlampen. Unter anderem werden die Lampen auch für Gesundheitsprobleme verantwortlich gemacht. Wissenschaftlich bestätigen lässt sich das bisher allerdings nicht. Auf jeden Fall enthalten die Lampen aber Quecksilber, das bei direktem Kontakt giftig ist.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Linden (red) - Seit 2009 geht Stück für Stück die lange Ära der Glühbirne zuende. Mit dem Ersatz, den sogenannten Energiesparleuchten, sind aber längst nicht alle Kunden zufrieden. Beschwerden über schlechte Farbhelligkeit bzw. -sättigung und unangenehme Gerüche, die bei einigen brennenden Lampen wahrgenommen werden, kommen offenbar recht häufig vor. Einige Verbraucher machen die neuen Leuchtmittel jetzt aber auch für verschiedenste gesundheitliche Beschwerden verantwortlich. So soll es durch den Gebrauch von Energiesparlampen bisweilen unter anderem zu Kopfschmerzen und Migräne, Konzentrationsstörungen, Übelkeit, allgemeinem Schwächegefühl und Muskelschmerzen kommen.

Erkrankungen sollen durch Flimmern der Lampen entstehen

Zudem sollen Energiesparlampen, wenn sie eingeschaltet sind, auch zu Herz-/Kreislaufbeschwerden, Hautreaktionen wie Ekzemen und Karies führen. Ausgelöst werden könnten die Beschwerden durch die generelle Funktionsweise der Energiesparlampen, denn diese sind im Grunde genommen Leuchtstofflampen; sie funktionieren wie diese mit Hilfe eines Leuchtstoffes, der im Inneren der Lampe durch elektrische Energie zum Leuchten gebracht wird. Dadurch kommt es zu einem Flimmern der Lampe, das bewusst nicht unbedingt wahrzunehmen ist, im Gehrin aber zu Stress-Reaktionen führen soll, die dann beispielsweise Erschöpfungszustände und Kopfschmerzen auslösen.

Derzeit keine wissenschaftlichen Beweise für Schädlichkeit der Lampen

Ob das Flimmern der Lampen, von diesen ausgestrahlte elektromagnetische Ströme oder auch Farbhelligkeit und -sättigung nun tatsächlich zu den genannten gesundheitlichen Beschwerden führen, wie einige Nutzer der Energiesparlampen meinen, ist unter Fachleuten umstritten. Auch gibt es derzeit keine konkreten, medizinischen Beweise, die die Thesen bestätigen oder widerlegen würden. Fakt ist allerdings, dass etwa Stiftung Warentest zu Anfang des Jahres einen Großteil der für den Test ausgesuchten Energiesparlampen lediglich mit ausreichend oder sogar manglehaft bewertete. Darunter waren auch Lampen namhafter Hersteller.

Enthaltenes Quecksilber in Energiesparlampen tatsächlich gefährlich

Neben der Lebensdauer wurden auch verfälschte Farben und Geruchsentwicklung bei der Benutzung bemängelt. Sicher ist, dass alle Energiesparlampen auf Leuchtstoffbasis Quecksilber enthalten, das bekanntlich hochgiftig ist. Im Umgang mit den Energiesparlampen ist deshalb Vorsicht geboten: Sie sollten wenn möglich nicht zerbrechen, da bei direktem Kontakt mit dem Quecksilber definitiv gesundheitliche Schäden möglich sind. Auf alle Fälle müssen die Energiesparlampen unbedingt fachgerecht entsorgt werden. Möglich ist dies kostenfrei bei Wertstoffhöfen, einige Händler nehmen die gebrauchten Lampen ebenfalls unentgeltlich zurück.