Nicht mehr wettbewerbsfähig

Verband sieht keine Zukunft für die ostdeutsche Braunkohlewirtschaft

Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) sieht keine Zukunft für die ostdeutsche Braunkohle. "Die Lagerstätten werden nicht bis auf die letzte Tonne angebaggert werden", meint BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke. Auch neue Braunkohlekraftwerke werden seiner Meinung nach nicht mehr gebaut werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Paderborn (ddp-lsa/sm) - Bei einem seit Jahren ständig wachsenden Anteil erneuerbarer Energien habe die Braunkohle künftig kaum noch eine Chance, wettbewerbsfähig zu sein, sagte Nitzschke. Der Anteil der erneuerbaren Energie an der deutschen Produktion betrage mittlerweile 14,3 Prozent. Jedes Jahr komme eine Leistung von zehn Milliarden Kilowattstunden hinzu, das entspreche der Leistung eines Atomkraftwerkes. "Was wir in Zukunft brauchen werden, sind flexible Kraftwerke, die auf Schwankungen reagieren können", sagte der BEE-Chef.

Dies könnten Braunkohlekraftwerke nicht. Das Abschalten und Wiederhochfahren eines ganzen Blockes sei viel zu teuer und rechne sich nicht. "Kraftwerke, die einfach nur 24 Stunden am Tag durchproduzieren, haben keine Zukunft", sagte Nitzschke. Eine Investition in ein neues Braunkohlekraftwerk wäre daher "eine absolute Fehlinvestition". Und ab 2013, wenn der Handel mit CO2-Zertifikaten EU-weit vereinheitlicht sei, werde es mit Sicherheit keine Sonderregelungen mehr für deutsche Braunkohle geben. Dieser Energieträger sei dann endgültig nicht mehr konkurrenzfähig.

Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) hatte erklärt, dass sie aufgrund der steigenden Einspeisungen von Windstrom im vergangenen Jahr 6,4 Prozent weniger Braunkohle gefördert habe. Zudem gebe es immer noch keinen Investor für das geplante neue Kraftwerk in Profen.