Investitionen lassen nach

Verband kritisiert ungleiche Behandlung von Erd- und Flüssiggas

Der deutsche Flüssiggasverband kritisiert die ungleiche steuerliche Behandlung von Erd- und Flüssiggas. Mit dem vom Bundeskabinett verabschiedeten Entwurf eines Energiesteuergesetzes werde vor allem die Entwicklung von Autogas gehemmt und das, obwohl die Nachfrage im letzten Jahr um 92,6 Prozent gestiegen ist.

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Dresden (ddp-lsc/sm) - Wenn die bisherige Ungleichheit bestehen bleibe, würden auch die Investitionen in Autogas nachlassen, sagte der Verbandsvorsitzende Richard Hareiner in Dresden.

Dem Gesetzesentwurf zufolge soll die bisherige Steuerbefreiung für Flüssiggas noch bis 2009, für Erdgas jedoch bis 2020 im Kraftstoffbereich erhalten bleiben. Die Bundesregierung begründet ihre Position unter anderem damit, dass Erdgas einen vergleichbar günstigeren Heizwert habe und der klimarelevante Kohlendioxidausstoß von Erdgas niedriger sei als bei Flüssiggas.

Nach Angaben von Hareiner hat die Flüssiggaswirtschaft 2005 mit 1,35 Millionen Tonnen ein Absatzplus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnet. In Sachsen lag der Anteil bei rund 92 900 Tonnen.

Obwohl der Anteil von Autogas am Inlandsabsatz von Flüssiggas erst bei 9,5 Prozent liegt, steige die Nachfrage - im vergangenen Jahr um 92,6 Prozent, 2004 um 81 Prozent, sagte Hareiner. In Deutschland fahren den Angaben zufolge derzeit rund 80 000 Autos mit Flüssiggas. Allein 2005 seien 30 000 Pkw von Benzin auf Flüssiggas umgerüstet worden. Besonders für Vielfahrer lohne sich die preiswertere Umrüstung auf Autogas statt auf Erdgas. Nach Verbandsangaben liegen die Kosten dafür zwischen 1800 und 2400 Euro.