Teurer Einkauf

Verband: Hoher Rohölpreis lässt Spritkosten steigen

Wegen der drastisch gestiegenen Einkaufskosten auf dem Rotterdamer Markt haben sich Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen um gut sieben Prozent verteurt. Der Preis für leichtes Heizöl stieg um zwölf Prozent. Die Ertragslage bei der Rohöl-Verarbeitung sei jedoch erfreulich, teilte der MWV mit.

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Hamburg (ddp/sm) - Der anziehende Rohölpreis hat im zweiten Quartal für einen weiteren Anstieg der ohnehin hohen Kraftstoffpreise gesorgt. Wegen der drastisch gestiegenen Einkaufskosten auf dem Rotterdamer Markt seien Benzin und Diesel an deutschen Tankstellen um gut sieben Prozent teurer gewesen als in den ersten drei Monaten 2005, teilte der Mineralölwirtschaftsverband (MWV) am Mittwoch in Hamburg mit. Der Preis für leichtes Heizöl stieg um zwölf Prozent. Auch zum Vorjahr hätten die Preise bei Benzin um knapp vier Prozent auf 120,29 Cent pro Liter Super und bei Diesel um 13 Prozent auf 105,42 Cent angezogen.

Die Ertragslage bei der Rohöl-Verarbeitung sei erfreulich, räumte der Verband ein. Die Raffinerien hätten nach schlechtem Jahresstart ihre Gewinnmargen im Frühling wieder verbessern können. Dagegen drücke der harte Wettbewerb in Deutschland die Gewinne beim Kraftstoffverkauf. Deutlich gestiegene Produktkosten für Kraftstoffe sorgten zusammen mit Überkapazitäten auf dem Tankstellenmarkt auch im zweiten Quartal für niedrige Margen.

Im ersten Quartal seien an den Tankstellen Verluste gemacht worden und erst in den folgenden Monaten hätten sich die Erträge stabilisiert, teilte der MWV mit. Im Juni seien jedoch die Gewinne an den Tankstellen wieder zurückgegangen. Auf dem hart umkämpften Tankstellenmarkt sei es erneut äußerst schwierig, die deutlich gestiegenen Beschaffungskosten vollständig an die Kraftfahrer weiterzugeben.

Bei den Rohölpreisen seien im Juni nach einem leichtem Rückgang im Mai neue Rekordmarken erreicht worden, erklärte der Verband. Neben den geringen Reserven auf dem Ölmarkt hätten Wirbelstürme für neuen Auftrieb der Notierungen gesorgt. Der Preis für den OPEC-Korb aus elf Rohölsorten habe im Juni deutlich auf 52,04 US-Dollar je Barrel zugelegt. Der Quartalsschnitt je 159-Liter-Fass sei damit um 43 Prozent zum Vorjahr auf 49,43 Dollar gestiegen.