Auch für Ein- und Mehrfamilienhäuser

Verband: Großes Potenzial für Kraft-Wäme-Kopplung

Energieexperten erwarten bei Ein- und Mehrfamilienhäusern in den nächsten Jahren eine starke Nachfrage nach Klein-Kraftwerken. Die Kraft-Wärme-Kopplung werde sich dank neuerer Technik in den nächsten Jahren auch bei Privathaushalten weiter durchsetzen, so der Bundesverbandes Kraft-Wärme-Kopplung (B.KWK).

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Leipzig (ddp-lsc/sm) - Bisher seien die von der Industrie angebotenen Anlagen einfach zu groß gewesen, als dass sie in kleineren Haushalten effizient hätten genutzt werden können. Bei der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) wird die bei der Stromproduktion anfallende Wärme nicht, wie sonst üblich, in die Umgebung abgegeben, sondern zum Heizen genutzt. Dadurch sind nach Verbandsangaben Wirkungsgrade von 80 bis 90 Prozent möglich, im Gegensatz zu 30 bis 40 Prozent bei herkömmlichen Kraftwerken. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die Wärme nicht über weite Strecken transportiert werden muss.

Laut dem B.WKW werden momentan in Deutschland zwölf Prozent des Stroms aus KWK-Anlagen gewonnen. Erreichbar sei ein Anteil von rund 36 Prozent bis 2020. Dies würden einige Städte in Deutschland heute schon schaffen.

Problematisch sei aber nach wie vor der Betrieb KWK-Anlagen mit Biogas. Dies sei vor allem ein Zertifizierungsproblem, dass noch nicht umfassend gelöst sei, erklärte Adi Golbach, Geschäftsführer des B.KWK. Die höhere Vergütung für den aus der KWK-Anlage eingespeisten Strom ins öffentliche Netz gebe es nämlich nur, wenn der Betreiber die Nutzung umweltfreundlichen Biogases auch nachweisen könne, und dies sei noch sehr schwierig. Zudem rentierten sich viele Anlagen bisher erst über diese erhöhte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG).

Mini-Heizkraftwerk fürs Einfamilienhaus

Für Volker Lenz vom Deutschen Biomasse-Forschungszentrum in Leipzig haben KWK-Anlagen in Deutschland ein "nennenswertes Potenzial". Schon mit den auf dem Markt erhältlichen Anlagen könnten ohne Probleme größere Objekte wie Krankenhäuser oder Gewerbebetriebe mit Strom und Wärme versorgt werden. Bei Einfamilienhäusern sei bislang das Problem die Betriebsdauer der Anlagen: Für einen effizienten Betrieb seien 4000 bis 6000 Volllast-Stunden pro Jahr nötig. Dabei würde aber weit mehr Wärme produziert, als ein Haus benötige, erklärt er.

Dieses Problem meint das Geraer Unternehmen ecopower gelöst zu haben. Die Firma fertigt Mini-Anlagen mit einer Leistung 4,7 Kilowatt, ab Frühjahr soll auch eine 3-Kilowatt-Anlage in der Größe einer Gefriertruhe hinzukommen, die dann für ein Einfamilienhaus ideal wäre, sagte eine Unternehmenssprecherin.

BDEW: Grundlastversorgung muss gesichert sein

Skeptisch bleibt der BDEW beim Thema Kraft-Wärme-Kopplung. Man unterstütze zwar generell die erneuerbaren Energien, es sei aber fraglich, ob der Energiebedarf der Industrie oder großer Ballungsräume tatsächlich durch solche Hausanlagen zuverlässig gedeckt werden könne, sagte ein Sprecher. Gerade, um die Grundlastversorgung sicherzustellen, sei ein Energiemix nötig, der nicht ohne Kohle, Öl und Kernkraft auskomme.