Kooperation

Verbände wollen deutsch-französische Energiewende

Der europäische Strommarkt soll effizienter, sicherer und nachhaltiger werden. Diesen Zielen will sich eine Kooperation der beiden großen Energieverbände in Deutschland und Frankreich widmen. Ergebnisse der Arbeit könnte man auf die gesamte Union ausdehnen, heißt es in einem der "Welt" vorliegenden Schreiben.

Frankreich© ArTo / Fotolia.com

Berlin (red) - Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und die Union Française de l'Electricité (UFE) wollen künftig den europäischen Strommarkt gemeinsam gestalten und haben eine Kooperation gegründet. Laut Informationen der Welt sind die beiden Verbände damit einen Schritt weiter gegangen als ursprünglich geplant. Energieminister Gabriel hatte zunächst nur die Kontaktaufnahme der Agenturen dena und Ademe vorgesehen.

Ausbau der Erneuerbaren

Der Welt liegt derzeit ein Schreiben von BDEW und UFE an den deutschen und französischen Energieminister vor. Demnach sollen die Handlungskonzepte der Kooperation bis Mitte des Jahres vorliegen. "Diese Kooperation zielt vor allem auf die Marktintegration Erneuerbarer Energien und einen länderübergreifend koordinierten Ansatz zur Gewährleistung von Versorgungssicherheit", heiße es in dem Schreiben beider Verbände. Diese seien bereit, geplante Kooperationen der Regierungen zu unterstützen.

Versorgungslücken schließen

Die Wirtschaftlichkeit konventioneller Kraftwerke nimmt aufgrund der Förderung von Ökostrom immer weiter ab. Wegen der unregelmäßigen Stromproduktion durch Sonne oder Wind werden Versorgungslücken befürchtet. So sei ein Finanzierungssystem notwendig, um die Stromversorgung während der Produktionsflauten durch den Ökostrom zu sichern. Frankreich hätte bereits mit der Einrichtung eines Kapazitätsmarktes eine Lösung angeboten. Die Energieversorgung Frankreichs beruht bisher stark auf konventioneller Stromerzeugung, während der Energiemix in Deutschland eher heterogen ist.

Ausdehnung auf andere Länder

Die Zusammenarbeit beider Verbände könnte sich auch auf gesamt Europa übertragen lassen. Sie "könnte mittelfristig als Beispiel für eine allgemeine Reform der europäischen Marktarchitektur dienen", lautet es in dem Schreiben. Der BDEW vertritt rund 1.800 Unternehmen in Deutschland und der UFE rund 500 in Frankreich.