Neue Preisrunde

Verbände üben scharfe Kritik an E.ON

Nach seiner für Anfang 2008 angekündigten Strompreiserhöhung gerät E.ON schwer in Kritik. Erneuerbare Energien können nach Ansicht der Branche nicht der Grund für die Preissteigerungen sein. Zudem werfen Verbände dem Konzern vor, seine Marktmacht auszunutzen.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp/sm) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) nennt die bevorstehenden Preiserhöhungen von E.ON und RWE einen "Schlag ins Gesicht der Verbraucher". Die Energieversorger würde den Wegfall der Strompreisgenehmigung schamlos ausnutzen, erklärt VEA-Vorstand Manfred Panitz. Da die Preisgestaltung durch nichts zu begründen sei, fordert der Verband "eine rasche kartellrechtliche Überprüfung und entschiedenen politischen Widerstand gegen das Vorhaben". Panitz ruft Kunden zum Anbieterwechsel auf: "Nur eine Kündigungswelle zeigt E.ON seine Grenzen auf.

Dass E.ON als Grund für die höheren Strompreise auch die Abgaben für Erneuerbare Energien nennt, weißt der Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE) zurück. Der Preissprung bei E.ON sei 15mal so hoch wie der Anstieg der EEG-Kosten. "Hier wird offenbar versucht, die Verbraucher abzuzocken und dafür die Erneuerbaren Energien als Sündenbock heranzuziehen", bewertet BEE-Geschäftsführer Milan Nitzschke die aktuelle Preispolitik des Stromriesen. Die Förderung von Strom aus Erneuerbaren Energien mache für einen Durchschnittshaushalt mit 3.500 Kilowattstunden Jahresverbrauch etwa 2 Euro pro Monat aus, im kommenden Jahr werde sich diese Umlage um maximal 30 Cent im Monat erhöhen. Die von E.ON angekündigte Preiserhöhung macht aber Mehrkosten von im Schnitt 5 Euro pro Monat aus.

Für den Vorsitzenden des Bundes der Energieverbraucher, Aribert Peters, ist die Begründung der Konzerne eine "Unverschämtheit". "Wir sind praktisch in die Hände von Räubern geraten", sagte er dem Sender N24. Verbraucher könnten sich dagegen wehren, indem sie den Anbieter wechseln oder die Rechnung um den Erhöhungsbetrag kürzen.

Verbraucherschützer runfen zum Anbieterwechsel auf

Die Verbraucherzentrale NRW ruft Stromkunden dazu auf, "durch den Wechsel zu einem günstigeren Stromanbieter einer Preispolitik nach Gutsherrenart den Saft abzudrehen", sagte Verbraucherzentralen-Vorstand Klaus Müller. Im ersten Halbjahr 2007 hätten bundesweit mehr als eine halbe Million Kunden ihren Anbieter gewechselt, sagte Müller weiter. Ziel sei es jedoch, dass mindestens jeder Vierte seinen Energieanbieter wechsle.