"Atomausstieg selber machen"

Verbände rufen wegen neuem AKW zum Boykott von RWE auf

Umweltverbände rufen in Zusammenhang mit dem umstrittenen Bau eines Atomkraftwerks in Bulgarien zum Boykott von RWE auf. "Wenn RWE hier investiert, zeigt der Konzern, wie wenig ihm die Sicherheit und Gesundheit europäischer Bürgerinnen und Bürger wert ist", erklärte der Generalsekretär des Deutschen Naturschutzrings, Helmut Röscheisen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (AFP/sm) - Die Initiative "Atomausstieg selber machen", der 21 Umwelt- und Verbraucherverbände angehören, rief dazu auf, Kunden sollten "jetzt Nein zu RWE sagen und den Stromanbieter wechseln". Gute Alternativen seien die von Atomkonzernen unabhängigen Ökostromanbieter LichtBlick, Greenpeace Energy, Elektrizitätswerke Schönau und Naturstrom.

RWE hatte am Freitag den Zuschlag als strategischer Investor für den Bau des Atomkraftwerkes Belene in Bulgarien erhalten. Die Anlage ist auch deswegen umstritten, weil sie in einem Erdbebengebiet liegt. "Mit seinem Einstieg hilft RWE dem Belene-Projekt auf die Sprünge, denn die Finanzierung ist bisher die Achillesferse des Vorhabens", erklärte Regine Richter, Energieexpertin bei der Umweltorganisation urgewald. Sie verwies darauf, dass zwölf internationale Banken eine Beteiligung an dem Projekt schon wegen der damit verbundenen Gefahren und wegen Protesten abgelehnt hätten. "Atomkraft ist eine Hochrisikotechnologie und hat gerade in Erbebengebieten nichts zu suchen", warnte Röscheisen.

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