Reaktion

Verbände kritisieren Beirats-Gutachten als unbrauchbar

Mit harscher Kritik haben die Verbände der erneuerbaren Energiewirtschaft auf das heute vom Wissenschaftlichen Beirat des Wirtschaftsministeriums vorgelegten Bericht reagiert. Ihm lägen völlig falsche Annahmen zugrunde, daher sei er völlig unbrauchbar, monierte beispielsweise der Bundesverband Erneuerbare Energie.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Paderborn/Osnabrück (red) - Als "Versteckspiel" hat der Präsident des Bundesverbandes Windenergie, Dr. Peter Ahmels, die Politik des Bundeswirtschaftsministeriums bezeichnet. In dem heute vorgelegten Gutachten des Wissenschaftliches Beirats blieben die Gutachter eine Antwort auf die entscheidende Frage schuldig: "Wie soll angesichts des steigenden Energiebedarfs der Kohlendioxidausstoß gesenkt werden?"

Die Internationale Energieagentur in Paris (IEA) hatte prognostiziert, dass der weltweite Energieverbrauch bis zum Jahr 2030 um 60 Prozent steigen wird - und damit auch die Kohlendioxid-Emission. "Würde dieser Energiehunger lediglich durch fossile Energieträger gestillt, müssten die Kraftwerkswirkungsgrade weltweit um 20 Prozent gesteigert werden - um den Kohlendioxid-Ausstoß wenigstens auf heutigem Niveau zu halten", erklärt Ahmels. Erstens sei dieser Technologieschub nur erreichbar, wenn die Zertifikate sehr teuer wären - das Bundeswirtschaftsministerium wolle aber gerade das verhindern. Zweitens habe sich Deutschland verpflichtet, im Rahmen des Kyoto-Abkommens den Kohlendioxid-Ausstoß um 21 Prozent zu senken, um das Klimaproblem in den Griff zu bekommen.

"Wir brauchen dringend mehr emissionsfreie Energiequellen", schlussfolgert Ahmels. Deshalb solle der Bundeswirtschaftsminister erneuerbaren Energien endlich Priorität einräumen, "statt ständig das hohe Lied der konventionellen Stromkonzerne zu singen".

Und auch der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) kritisierte das Beirats-Gutachten: "Dem Gutachten liegen völlig falsche Annahmen zugrunde", erklärt BEE-Sprecher Milan Nitzschke. Weil der Zertifikatehandel nur einen Bruchteil der Kohlendioxid-Minderung betreffe, bleibe in dem Gutachten offen, wie die deutschen Minderungsziele ohne EEG erfüllt werden sollen. Nitzschke: "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist nachweislich das weltweit wirkungsvollste Instrument zum Ersatz von klimaschädlichen Energieträgern. Auf das EEG zu verzichten, würde bedeuten, die Klimaschutzziele zu verfehlen."