Umweltgefährung

Verbände drohen mit Klage gegen Kraftwerksbau in Lubmin

Die Umweltverbände BUND und WWF drohen im Fall einer behördlichen Genehmigung für den Bau des umstrittenen Steinkohlekraftwerks in Lubmin mit einer gerichtlichen Klage. Sie sehen eine schwere Gefährdung des Boddens, dies sei mit dem europäischen Naturschutzrecht nicht vereinbar.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Lubmin (ddp-nrd/sm) - Das Gutachten des Warnemünder Instituts für Ostseeforschung (IOW) habe bestätigt, dass die vom dänischen Investor Dong Energy vorgelegte Berechnung über die Auswirkungen des Kühlwassers auf Bodden und Ostsee falsch sei, teilten beide Verbände am Freitag in Schwerin mit.

Eine derart massive Gefährdung eines europäischen Schutzgebiets wäre selbst beim Vorliegen überwiegender öffentlicher Interessen mit den strengen Vorgaben des europäischen Naturschutzrechts nicht vereinbar, sagte der Anwalt der Umweltverbände, Peter Kremer. Zugleich warnte er das Land vor "millionenschweren Schadenersatzforderungen" für den Fall, dass das Gericht einer solchen Klage stattgebe.

BUND-Landesgeschäftsführerin Corinna Cwielag appelliert an Land und Investor, das Projekt zu überdenken. Dong Energy will bis 2012 am Greifswalder Bodden für rund zwei Milliarden Euro ein 1600-Megawatt-Kraftwerk errichten. Kraftwerksgegner sammelten inzwischen rund 32 000 Unterschriften für eine Volksinitiative gegen das Projekt.