Panikmache

ver.di warnt vor Senkung der Nutzentgelte

Mit den Gewerkschaften haben die Energieversorger einen Verbündeten im Kampf gegen die von der Bundesnetzagentur verordnete Senkung der Netznutzungsentgelte gefunden. ver.di warnte in diesem Zusammenhang jetzt vor Personalreduzierungen und Einschnitten im Nahverkehr.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Kürzung der Netznutzungsentgelte durch die Bundesnetzagentur wird nach Auffassung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) keine Vorteile für die Verbraucher bringen. "Die Einsparung bei der Stromrechnung beträgt nach unseren Berechnungen für einen Haushaltskunden etwa vier Euro im Jahr", erklärte ver.di-Bundesvorstandsmitglied Erhard Ott. "Den Anstieg der Strompreise kann man so nicht wirkungsvoll dämpfen."

Gefahren sieht Ott dagegen für die 700 kommunalen Stadtwerke, denen eine Kürzung bis 20 Prozent ins Haus steht. "Da mit den Gewinnen der Stadtwerke kommunale Einrichtungen mitfinanziert werden, kommen die Haushalte der betroffenen Städte und Gemeinden weiter unter Druck", sagte Ott. Schlimmstenfalls würden die Kommunen ihre Netze verkaufen, weil Geld für notwendige Zukunftsinvestitionen fehlt.

Die Energieversorgungsunternehmen könnten zudem mit Personalreduzierungen auf die Kürzung reagieren, "um ihre Rendite nicht zu gefährden", befürchtet der Gewerkschafter.