Harte Vorgaben

ver.di sammelt Unterschriften gegen Anreizregulierung

Die Gewerkschaft befürchtet, dass im Zuge der 2009 beginnenden Anreizregulierung in den kommenden Jahren bis zu 40.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Vorgaben zur Kostensenkung seien so hart, dass sogar die Versorgungssicherheit gefährdert sein könnte.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - "Die Regulierung der Strom- und Gasnetze darf nicht dazu führen, dass notwendige Investitionen in Netze und Personal zurückgefahren werden und Arbeitsplätze verloren gehen", sagte Erhard Ott, Bundesvorstandsmitglied von ver.di, am Montag in Berlin. Er befürchte, dass mit der ab 2009 beginnenden Anreizregulierung in den nächsten Jahren bis zu 40.000 Arbeitsplätze in der Energiewirtschaft wegfallen könnten. "Die Vorgaben der Verordnung zur Senkung der Kosten sind derart hart, dass die Unternehmen auf notwendige Investitionen verzichten und drastisch Personal einsparen werden. Damit wird auch die Versorgungssicherheit gefährdet", so Ott.

ver.di fordere daher eine Novellierung der entsprechenden Verordnung, um die negativen Folgen abzumildern. Dafür habe ver.di in den letzten Wochen 50.000 Unterschriften gesammelt, die Ott am Montag dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Hartmut Schauerte, übergeben wollte. Im Schnitt habe damit laut ver.di jeder dritte Beschäftigte in der deutschen Energiewirtschaft den Aufruf für eine "Netzregulierung mit Augenmaß" unterschrieben.

Ott forderte Netzagenturchef Matthias Kurth auf, seinen Spielraum bei den Vorgaben zur Kostenreduzierung so zu nutzen, dass die Betriebe unbedingt notwendige Investitionen tätigen können und die Beschäftigtenzahl nicht weiter reduzieren müssen.