Arbeitskampf

ver.di kündigt Warnstreiks in der Energiewirtschaft an

Die Warnstreiks bei ostdeutschen Energieversorgern sollen schwerpunktmäßig an Standorten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt stattfinden. ver.di fordert nach eigenen Angaben sechs Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber böten lediglich 1,9 Prozent Einkommenssteigerung an.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp/sm) - Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat für Freitag Warnstreiks in der ostdeutschen Energiewirtschaft angekündigt. Schwerpunkte der Arbeitsniederlegungen seien in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, teilte ver.di am Donnerstag in Erfurt mit. Im Freistaat seien neben E.ON Thüringen auch die Stadtwerke in Erfurt, Weimar, Jena und Meiningen sowie der Energie- und Medienversorger Rudolstadt von den Arbeitsniederlegungen betroffen. Auch die 18 Thüringer E.ON-Kundencenter würden am Morgen bestreikt. Zu einer zentralen Kundgebung in der Landeshauptstadt erwartet die Gewerkschaft rund 500 Teilnehmer.

ver.di fordert nach eigenen Angaben für die 25 000 Arbeitnehmer und Auszubildenden in den fünf neuen Ländern sechs Prozent mehr Gehalt. Der Arbeitgeberverband Privater Energieversorgungsunternehmen (AVEU) biete lediglich 1,9 Prozent Einkommenssteigerung an. Außerdem wolle er die Arbeitszeit um 2 auf 40 Wochenstunden verlängern und die Ausweitung befristeter Arbeitsverträge durchsetzen.

"Wer bei guten Gewinnen und anziehender Konjunktur noch unter dem Abschluss des Vorjahres bleiben will, provoziert einen Arbeitskampf", erklärte ver.di-Fachbereichsleiter Johannes Stiehler. Weitere Streiks seien nur zu verhindern, wenn die Arbeitgeber bei der nächsten Verhandlungsrunde am 23. April ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegten. Die Gewerkschaft habe bereits Vorkehrungen für unbefristete Streiks getroffen.

Am Montag waren Verhandlungen zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband ohne Ergebnis geblieben.