Kohle

ver.di begrüßt Kraftwerksbau in Ensdorf - Kritik vom BUND

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di begrüßt die Entscheidung des Energiekonzerns RWE zum Bau eines neuen Kohlegroßkraftwerks in Ensdorf. Damit werden die CO2-Emmissionen reduziert und zugleich Arbeitsplätze in der Region geschaffen. Kritik kommt dagegen von den Umweltschützern des BUND.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Saarbrücken (ddp-rps/sm) - Wenn RWE seine Zusage einhalte und das geplante Kraftwerk tatsächlich im Vergleich zu Altanlagen eine Reduktion der CO2-Emmissionen um 2,5 Millionen Tonnen bedeute, werde durch diese Investition eine möglichst umweltverträgliche Verstromung gesichert, sagte ver.di-Landeschef Alfred Staudt. Die Gegner des Kraftwerksbaus forderte Staudt auf, sich zu überlegen, ob die Alternative einer Belieferung mit französischem Atomstrom tatsächlich besser sei.

Zugleich forderte Staudt das saarländische Wirtschaftsministerium auf, ein "industriepolitisches Gesamtkonzept um das neue Kraftwerk" zu entwickeln. Durch neu angesiedelte Industriebetriebe, die die Abwärme des Kraftwerks nutzen, könnten die ökologischen Belastungen weiter vermindert werden, sagte Staudt. Zudem würden auf diese Weise neue Arbeitsplätze geschaffen.

Dagegen kritisierte der Bund für Umwelt- und Naturschutz (BUND) die Entscheidung für den Neubau als "schwarzen Tag für den Umweltschutz und eine zukunftsfähige Energieversorgung". Die Entscheidung sei ein "Schlag ins Gesicht der Menschen im Saarland", die den Neubau mehrheitlich ablehnten, sagte BUND-Landessprecher Joachim Götz. Das Saarland sei zudem bereits jetzt Strom-Exportland, während die bei der Stromproduktion entstehenden Schadstoffe in der Region blieben.