VEAG verkauft mehr Strom - Strompreisnachlässe verringern Umsatz des ostdeutschen Konzerns

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Das größte ostdeutsche Stromunternehmen VEAG nutzt die Chancen des Wettbewerbs am Strommarkt, wie deutliche Zuwächse beim Stromabsatz im ersten Halbjahr dieses Jahres zeigen würden. Die Stromlieferungen lagen mit 23,8 Milliarden Kilowattstunden um sieben Prozent über denen des Vorjahreszeitraums. Während sich der Absatz an die ostdeutschen Regionalversorger um 100 Millionen Kilowattstunden verbesserte, erhöhten sich die Lieferungen auf der Verbundebene um 1,5 Milliarden Kilowattstunden. Zugleich wuchs der Wärmeabsatz gegenüber dem Vorjahr um 25 Prozent auf 1,7 Milliarden Kilowattstunden. Diese Zahlen teilte das Unternehmen heute mit.


VEAG hat im Jahr 1998 400 Millionen Mark Strompreisermäßigungen auf den Weg gebracht, die in diesem Jahr auf mehr als 500 Millionen Mark ansteigen werden. Diese Nachlässe stellen einen Spitzenwert unter den ostdeutschen Stromkonzernen dar - wirken sich aber freilich auch auf die Ertragslage des Unternehmens aus: Die Umsatzerlöse des ersten Halbjahres 1999 lagen mit 2,2 Milliarden Mark um fünf Prozent unter denen des Vorjahreszeitraums. Die Wärmeerlöse stiegen dagegen um 14 Prozent.


Im Rahmen eines 20-Milliarden-Investitionsprogramms arbeitet VEAG derzeit an der Fertigstellung von nun noch drei großen Kraftwerksprojekten - als da wären die Neubaukraftwerke Boxberg und Lippendorf sowie das Pumpspeicherkraftwerk Goldisthal. Das Neubaukraftwerk Lippendorf wird künftig das modernste Braunkohlekraftwerk der Welt sein; der erste Block soll im Dezember dieses Jahres in Dauerbetrieb gehen.


Am 30. Juni 1999 waren im Konzern 6.405 Mitarbeiter und 511 Lehrlinge beschäftigt. Gegenüber dem Vorjahresstichtag verringerte sich der Mitarbeiterstand somit um 994 Personen - das sind 13 Prozent. Im ersten Halbjahr 1999 "verließen" 712 Mitarbeiter den Konzern, wobei in zahlreichen Fällen Altersübergangs- und Vorruhestandsregelungen, aber auch die Arbeitsvermittlung über Ausgliederungen und Industrieansiedlungen halfen. Durch eine Teilzeitquote von 40,3 Prozent im Gesamtkonzern konnten noch viele Stellen gehalten werden.