Veag: Müller zeigt sich kompromissbereit

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In die Problematik um das marode ostdeutsche Energieunternehmen Veag ist etwas Wind geraten: wie die "Berliner Zeitung" in ihrer gestrigen Ausgabe schreibt, ist Bundeswirtschaftsminister Werner Müller nach eigenem Bekunden zu weitgehenden Konzessionen gegenüber den westdeutschen Eigentümern (RWE, Bayernwerk und PreussenElektra zu je 25%, EnBW, VEW, HEW und Bewag teilen sich das verbleibende Viertel) bereit. Deshalb will er voraussichtlich einen 2013 fälligen, auf rund zwei Milliarden Mark bezifferten zweiten Teil des Kaufpreises erlassen. Als Gegenleistung sollen das ostdeutsche Unternehmen und seine Arbeitsplätze langfristig am Leben erhalten werden. Nach Angaben der Unternehmensleitung sollen von den bisher 6300 Arbeitsplätzen bis Ende 2000 mindestens 600 abgebaut werden.


Die Zeitung berichtet weiter, dass Müller plant, die Schutzklausel für die ostdeutsche Braunkohle schon Anfang 2000 vorzeitig aufzuheben. Durch Verwendung anderer Primärenergieträger würde dann der ostdeutsche Strom billiger werden. Sollte Müller - wie geplant - die Privatisierung der Veag vorzeitig aufheben, würde sowohl die Zahlung der zweiten Kaufpreis-Tranche als auch eine Verpflichtung der Erwerber entfallen, bis 2005 genau 15 Milliarden Mark in der Veag zu investieren