Geschäftsbericht 2000

VEAG gut auf "Neue Kraft" vorbereitet

Die VEAG steigerte im Jahr 2000 ihren Stromabsatz um 10 Prozent. Trotz der wettbewerbsbedingten Strompreissenkungen wurden erstmals schwarze Zahlen geschrieben: Nach dem Jahresfehlbetrag von 954 Euro in 1999 kann für das Jahr 2000 ein Jahresüberschuss von sieben Millionen Euro ausgewiesen werden.

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Die Vereinigte Energiewerke AG (VEAG) ist nach Auffassung ihres Vorstandsvorsitzenden Jürgen Stotz gut auf die "Neue Kraft" aus Bewag, HEW, Laubag und VEAG vorbereitet. Im Geschäftsjahr 2000 hat VEAG ihren Stromabsatz um 10 Prozent auf 54,6 Milliarden Kilowattstunden steigern können. In diesem Zusammenhang umschrieb Stotz die internationale Aufstellung des künftigen Konzerns und eine klare unternehmerische Führung durch Vattenfall mit Mirant als zentrale Startvoraussetzungen der "Neuen Kraft". VEAG wolle bei dem Prozess der kommenden Monate mitreden, mitentscheiden und mitgestalten. Den weltweit modernsten Braunkohle-Kraftwerkspark und flexible Mitarbeiter bringe VEAG in das neue Unternehmen ein, betonte Stotz. Er erwarte die Übertragung der VEAG-Aktien in der kommenden Woche.


Maßgeblich für den Absatzzuwachs, erklärte Finanzvorstand Gottfried Spelsberg-Korspeter, war die erfolgreiche Teilnahme am Stromhandel. Das Handelsvolumen - kurz- und mittelfristige Lieferungen und Bezüge - ist gegenüber 1999 um 38 Prozent auf 12,1 Milliarden Kilowattstunden gestiegen. Auch der Absatz an die Regionalversorger von 42,4 Milliarden Kilowattstunden hat sich positiv entwickelt. Die Strompreise hätten aufgrund des Wettbewerbsdrucks drastisch reduziert werden müssen. Die Stromerlöse sind deshalb im Geschäftsjahr 2000 trotz Absatzzuwachs um über 600 Millionen Euro (28 Prozent) auf 1,55 Milliarden Euro zurückgegangen. Je Kilowattstunde sanken die Stromerlöse im Durchschnitt um 3 Pfennig, bilanzierte Spelsberg-Korspeter. Für das Jahr 2000 wird ein Jahresüberschuss von sieben Millionen Euro ausgewiesen nach einem Jahresfehlbetrag von 954 Millionen Euro für 1999. Das positive Gesamtergebnis resultiere aus den Kostensenkungen, der Verlustvorsorge im Vorjahr sowie Ertragsteuererstattungen. Im Vergleich zum Vorjahr habe man die Aufwendungen durch ein internes Sparprogramm um insgesamt 400 Millionen Euro reduzieren können.


Der Stromabsatz sicherte eine hohe Kraftwerksauslastung von 84 Prozent, vier Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Das erste VEAG-Neubaukraftwerk in Schwarze Pumpe erzielte im Jahresdurchschnitt einen Nettowirkungsgrad von 40,2 Prozent. Diese Größenordnung werden die Neubaublöcke in Lippendorf und Boxberg künftig noch überschreiten. Auch im vergangenen Jahr setzte VEAG ihr Investitionsprogramm fort. So wurden im Jahr 2000 insgesamt 389 Millionen Euro vor allem in die Erneuerung der Kraftwerke (83 Prozent) und Netze (16 Prozent) investiert. Seit 1990 belaufen sich die Investitionen im VEAG-Konzern auf nunmehr 8,58 Milliarden Euro. Im Jahresdurchschnitt beschäftigte der VEAG-Konzern im letzten Jahr 6662 Mitarbeiter und Auszubildende, fünf Prozent weniger als 1999. Mit zehn Prozent in 2000 sei die Ausbildungsquote bei VEAG weiter auf hohem Niveau, im Vergleich zum zurückliegenden Ausbildungsjahr sogar um 0,3 Prozent leicht angestiegen.