Grundlage fehlt

VEA zur geplanten Erhöhung der Netzentgelte: Unverschämte Preistreiberei

"Es ist unverfroren, die Verspätung des Regulierers so dreist auszunutzen und bei den ohnehin überhöhten Strompreisen schnell noch eine Schippe draufzulegen", kommentiert der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) die Ankündigungen verschiedener Netzbetreiber, die Netznutzungsentgelte zu erhöhen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (red) - Auch der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) hat sich empört gezeigt über die Ankündigung der Energieversorger Vattenfall und EnBW, ihre Netznutzungsentgelte zu erhöhen. Denn die hohen Kosten für die Netznutzung seien die hauptsächliche Ursache für den ausbleibenden Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt.

"Es ist unverfroren, die Verspätung des Regulierers so dreist auszunutzen und bei den ohnehin überhöhten Strompreisen schnell noch eine Schippe draufzulegen. Jetzt wird offenbar, welch schädliche Wirkung die Tatenlosigkeit der Bundesregierung entfaltet. Der Regulierer muss jetzt so schnell wie möglich kommen", macht Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, die Dringlichkeit einer Regulierungsbehörde erneut deutlich.

Vattenfall Europe beliefere über ihre Höchstspannungsleitungen in erster Linie regionale Versorgungsunternehmen vorwiegend im Norden und Osten Deutschlands. Gerade in Ostdeutschland aber seien ohnehin die höchsten Durchleitungsentgelte vorzufinden, obwohl gerade diese Region besonders auf günstige Strompreise angewiesen sei, argumentiert der VEA.

Aber auch im europäischen Vergleich würden die deutschen Durchleitungspreise eine Spitzenstellung einnehmen. "Das jetzige Verhalten der Energieversorger zeigt deutlich, dass nur über eine staatliche Kontrolle Ordnung auf den Energiemärkten geschaffen werden kann. Ansonsten bleiben diese Märkte die Selbstbedienungsläden der Versorger und die Verbraucher ihre Melkkühe", wird Panitz abschließend nochmal deutlich.