Gas

VEA: "Wettbewerb auf dem Gasmarkt in Gefahr"

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer warnt vor der Bildung eines Oligopols: "Vor allem E.ON scheint sich eine wettbewerbsbeherrschende Stellung verschaffen zu wollen."

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) warnt vor einer Gefährdung des Wettbewerbs auf dem Gasmarkt durch die Oligopolbildung der Anbieter. Vor allem die E.ON AG scheine sich, so der Verband, eine wettbewerbsbeherrschende Stellung verschaffen zu wollen, die sie beim Strom bereits habe. Der Anteil von E.ON bei der Gasverteilung liege schon jetzt bei 40 Prozent. Durch den am Montag bekannt gegebenen Handel mit BP habe E.ON ihre Position nochmals gestärkt.

E.ON soll bei dem Geschäft im Tausch für ihre Aral-Tankstellen Mehrheitsaktionär der BP-Tochter Gelsenberg AG werden. Diese wiederum ist mit 25,5 Pozent an der Ruhrgas beteiligt. Der Tauschhandel steht noch unter dem Vorbehalt der Kartellbehörden in Bonn und Brüssel. Geht es nach dem VEA, machen die Wettbewerbshüter den Energieriesen einen Strich durch die Rechnung. "Schon jetzt erleben wir, dass trotz der Liberalisierung kaum Wettbewerb auf dem Gasmarkt herrscht. Durch eine Konzentration wird diese Situation noch verschärft", so Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA. Schon bisher bekämen industrielle Gaskunden kaum Konkurrenzangebote. Hauptproblem sei die nicht geklärte Durchleitung des Gases durch fremde Netze. "Die wenigen großen Gasanbieter riegeln ihre Netze erfolgreich gegen neue Anbieter ab. Es kann nicht im Sinne der Kartellbehörden sein, wenn diese wettbewerbswidrige Situation noch fester zementiert wird", so Panitz.

Für den VEA bietet sich nur eine Lösung an: Die Durchleitung müsse eindeutig geregelt und durch eine unabhängige Instanz kontrolliert werden. Nur dann könne trotz des geplanten BP/E.ON-Geschäfts der Wettbewerb auf dem Gasmarkt Fuß fassen. Auch die Kartellbehörden könnten nach Ansicht des VEA unter diesen Voraussetzungen dem Geschäft zustimmen. "Die Bildung von Oligopolen ist für einen Befürworter des Wettbewerbs immer bedenklich. Aber wenn strikte Regeln den Wettbewerb gewährleisten, ist die Gefahr durch die Konzentration der Marktmacht nicht ganz so groß. Wichtig ist, den Markt und die Einhaltung der Wettbewerbsregeln auch in Zukunft genau und kritisch zu beobachten und wenn nötig, regulierend einzugreifen", so Panitz.