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VEA: Verbot von Gas-Langfristverträgen sorgt für Wettbewerb

Der Energie-Abnehmerverband VEA begrüßt Entscheidung des Kartellamts zum Verbot von langfristigen Gaslieferverträgen und fordert weitere Schritte zur Marktregulierung. Die Versorger hätten die Chance vertan, mit einer freiwilligen Selbstbeschränkung die Situation zu entschärfen.

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Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) sieht sich in der Entscheidung des Bundeskartellamts für ein Verbot langfristiger Gaslieferverträge mit Weiterverteilern in seiner Haltung voll bestätigt. "Die Kombination aus langfristigen Verträgen und hoher Marktabdeckung schottet den Markt fast komplett gegen neue Wettbewerber ab. So werden Marktprinzipien ausgehebelt und die Versorger können wie Monopolisten ungehindert an der Preisschraube drehen. Wir bemängeln das seit Jahren. Jetzt greift das Kartellamt endlich durch", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführender Vorstand des VEA.

Der Energieexperte zeigte sich auch zufrieden angesichts der Anwendung auf bestehende Vereinbarungen. Die Entscheidung sei sofort umzusetzen und beziehe sich mit einer Übergangsfrist bis 30. September auch auf bereits abgeschlossene Langzeitverträge mit Weiterverteilern, die mehr als 80 Prozent des tatsächlichen Gas-Vertriebsbedarfs in einer Region abdecken, erläuterte Panitz.

"Die Versorger haben die Chance vertan, mit einer freiwilligen Selbstbeschränkung die jetzt erfolgten harten Einschnitte zu verhindern. Die Entscheidung des Kartellamts ist die folgerichtige Antwort darauf. Das ist ein wichtiger und längst überfälliger Schritt zur Öffnung des Gasmarkts. Die Versorgungssicherheit ist keinesfalls gefährdet. Die Gegenklage wird ins Leere laufen", zeigte sich Panitz vom Erfolg der Anordnung überzeugt.