Regulierung ist gefordert

VEA-Untersuchung: Netzentgelte weiter auf hohem Niveau

Die Anordnungen der Bundesnetzagentur zur Senkung der Netzentgelte durch Vattenfall, RWE, EnBW und einer Thüringer E.ON-Tochter sind wohl ein guter Anfang - denn eine aktuelle Untersuchung des VEA ergab, dass die Durchleitungskosten seit Monaten auf einem hohen Niveau stagnieren.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Die Netznutzungsentgelte stagnieren auf hohem Niveau - so lautet das zentrale Ergebnis eines aktuellen Vergleichs des Bundesverbands der Energie-Abnehmer (VEA). Er hat die Netznutzungsentgelte der 853 deutschen Netzbetreiber unter die Lupe genommen und festgestellt, dass die durchschnittlichen Netzentgelte für mittelspannungsseitig versorgte Sondervertragskunden unverändert durchschnittlich 2,93 Cent pro Kilowattstunde betragen.

"Die Netzbetreiber spielen auf Zeit", kommentierte VEA-Geschäftsführer Dr. Volker Stuke. Erste Entscheidungen der Bundesnetzagentur sind zwar gefallen, dennoch fordert er die Regulierungsbehörde auf, "umgehend" aktiv zu werden. Die Preisstudie ergab erneut Unterschiede von mehr als 150 Prozent zwischen einzelnen Netzbetreibern. "Dieses eklatante Gefälle lässt sich nicht mehr mit strukturellen Unterschieden erklären. Es ist ein eindeutiger Beleg für das wettbewerbsdiskriminierende Verhalten einiger EVU", so Stuke weiter.

Insbesondere in den neuen Bundesländern hätten die Unternehmen mit enormen Standortnachteilen aufgrund überhöhter Kosten zu kämpfen. Laut VEA müssen Unternehmen mit einem mittelspannungsseitigen Netzzugang im Osten Deutschlands durchschnittlich 3,35 Cent pro Kilowattstunde für die Durchleitung zahlen, während im Westen dafür "nur" 2,85 Cent pro Kilowattstunde anfallen.