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VEA und VIK befürworten Strompreisbremse

Unverschämten Preiserhöhungen bei Strom und Gas muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden, forderte in dieser Woche der Energie-Abnehmerverband VEA. Ins selbe Horn blas auch der VIK, während die Wirtschaftsministerien in Rheinland-Pfalz, Thüringen und Nordrhein-Westfalen die Erhöhungen genehmigten.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) begrüßt und unterstützt die Haltung mehrerer Bundesländer, die Anträge der Stromversorger auf höhere Preise abzulehnen. "Endlich wacht auch die Politik auf und winkt völlig ungerechtfertigte Preissteigerungen nicht mehr kritiklos durch", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA.

"Die Versorger berufen sich auf gestiegene Großhandelspreise beim Strom. Zum einen haben sie sich aber oft schon zu Zeiten niedrigerer Preise eingedeckt. Zum anderen rechtfertigt auch das derzeitige Niveau an den Strombörsen den geforderten Preisanstieg bei weitem nicht - schon gar nicht vor dem Hintergrund der explodierenden Stromrechnungen der vergangenen Jahre", führte Panitz aus. Das gleiche gelte für die Gaspreise.

Der Verband verlässt sich nun darauf, dass die Behörden des Bundes und der Länder auch in Zukunft von ihrem Einfluss Gebrauch machen und nur gerechtfertigte Preiserhöhungen genehmigen: "Natürlich müssen Energieversorger profitabel arbeiten dürfen. Aber Umsatzrenditen von zehn Prozent und die damit verbundenen Energiepreise kann sich die deutsche Wirtschaft nicht leisten."

Auch der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) kritisierte die sogenannten "Windfall-Profits": "Die seit Mitte des Jahres festzustellende leichte Absenkung und Konsolidierung der Kohlendioxid-Preise auf hohem Niveau hat der Strompreis nicht mitgemacht. Er steigt weiter", sagte VIK-Geschäftsführer Alfred Richmann. Auch der Ölpreis habe sich seit Wochen auf leicht abgeschwächtem Niveau stabilisiert. Gas- und Kohlepreise lieferten ein ähnliches Bild. Bei einem funktionierenden Markt mit Wettbewerb würden solche Indikatoren den Strompreis nach unten ziehen.

Rheinland-Pfalz hat unterdessen einige Strompreiserhöhungen genehmigt. So müssen die Verbraucher in Rheinland-Pfalz ab 1. Januar für ihren Strom im Schnitt 0,4 Cent pro Kilowattstunde mehr bezahlen. Die reduzierten Preisaufschläge wurden allen 65 Stromversorgern mit Sitz in Rheinland-Pfalz genehmigt. Eine Genehmigung steht noch aus, weil das Unternehmen - die RWE Rhein-Ruhr - seinen Sitz in Nordrhein-Westfalen hat.

Das nordrhein-westfälische Wirtschaftsministerium hat gestern auch die von E.ON Westfalen Weser beantragte Strompreiserhöhung zum 1. Januar 2006 genehmigt. Der Preis liege bei 14,04 Cent pro Kilowattstunde und damit leicht unter dem beantragten, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Paderborn mit. Und auch die Strompreise in Thüringen steigen: Das Thüringer Wirtschaftsministerium genehmigte am Donnerstag 27 Anträge von Versorgern, ein weiterer Fall ist nach Angaben der Aufsichtsbehörde noch nicht entschieden. Damit erhöhten sich die Preise im Schnitt von 18,2 auf 18,9 Cent je Kilowattstunde.