Nach wie vor

VEA: Überhöhte Netznutzungsentgelte verhindern Wettbewerb

Der Wettbewerb auf dem Strommarkt kommt nicht in Gang. Grund dafür sind die hohen Netznutzungsentgelte. Diese Bilanz zieht jedenfalls der VEA, der in seiner neusten Untersuchung herausgefunden hat, dass die Energieversorgung Beckum die größten Preissenkungen und die Stadtwerke Sulzbach die größten Preiserhöhungen vollzogen haben.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energieabnehmer (VEA) ist unermüdlich im Kampf für mehr Wettbewerb auf dem deutschen Strommarkt: Mit seinem neusten Preisvergleich beglegt er erneut, dass die Gebühren für die Netznutzung nach wie vor ungerechtfertigt hoch sind. Da der Strompreis in Einzelfällen zu 70 Prozent vom Netznutzungspreis abhängt, sei derzeit nicht mit günstigen Energiekosten zu rechnen, kritisiert der VEA.

Zudem hätte der Vergleich ergeben, dass der Strommarkt stagniere: "Bei den durchschnittlichen Durchleitungsgebühren für Sondervertragskunden sind kaum Veränderungen zu verzeichnen, Wettbewerb findet nicht statt", stellt VEA-Geschäftsführer Dr. Volker Stuke fest. Die Netzbetreiber seien mit der Umsetzung der neusten Verbändevereinbarung deutlich im Verzug. Lediglich 200 von über 900 Netzbetreibern hätten drei Monate nach dem vereinbarten Termin die spezifischen Strukturmerkmale publiziert. "Diese Verzögerungstaktik seitens der Energieversorger ist leider nicht neu. Etwa 150 Netzbetreiber haben selbst zwei Jahre nach Inkrafttreten der Verbändevereinbarung II noch nicht ihre Netznutzungsentgelte veröffentlicht", beklagt Stuke.

Die neue VEA-Studie erfasst 762 Netzbetreiber. Die durchschnittlichen Netznutzungsentgelte sind bei ihnen in den vergangenen sechs Monaten von 3,24 Cent pro Kilowattstunde auf 3,07 Cent gesunken. Allerdings seien die Veränderungen hauptsächlich auf die Veränderungen beim Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz zurück zu führen. Die größten Preissenkungen hatte es laut Studie bei der Energieversorgung Beckum (minus 40,8 Prozent), dem Elektrizitätswerk Armbruster (minus 39,2 Prozent) und den Stadtwerken Stadtroda (minus 28,2 Prozent) gegeben. Spitzenreiter bei der Preiserhöhung sind die Stadtwerke Sulzbach (plus 40,8 Prozent), die Stadtwerke Flensburg (plus 29,1 Prozent) und die Stadtwerke Heilbronn (plus 26,8 Prozent).

Weiterführende Links