Richtlinien umsetzen

VEA: Transparenz für Wettbewerb unzureichend

Gestern hat die EU-Kommission erneut deutlich gemacht, dass sie mangelnden Wettbewerb auf den nationalen Energiemärkten nicht länger dulden wird. Der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) begrüßte die Drohungen aus Brüssel und forderte erneut die komplette Öffnung der Netze.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hannover (red) - Nach der harschen Kritik der EU-Kommission an der Wettbewerbssituation auf den europäischen Energiemärkten fordert der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) die deutsche Energiewirtschaft erneut auf, die bestehenden Richtlinien für den Energiebinnenmarkt in Europa konsequent umzusetzen.

"Wenn EU-Energiekommissar Piebalgs ausdrücklich sagt, dass einige Staaten die Verpflichtungen nicht ausreichend erfüllen und die Märkte nicht nachhaltig öffnen, dann meint er auch und insbesondere Deutschland", kommentierte Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, die Äußerungen aus Brüssel. Die Analyse treffe insbesondere hinsichtlich der nach wie vor unzureichenden Trennung von Netz und Vertrieb ("Unbundling") zu.

"Es ist bezeichnend, dass die Energiewirtschaft erst nach Drohungen seitens der EU aktiv wird", so Panitz weiter. "Transparenz ist natürlich richtig, aber sie allein schafft noch nicht mehr Wettbewerb. Entscheidend ist, dass endlich die Monopol-Strukturen aufgebrochen und die Netze so geöffnet werden, dass neue Anbieter eine realistische Chance zum Markteintritt haben." Auch die verschärfte Kartellprüfung durch die EU-Kommission und die mögliche Einrichtung einer EU-Agentur für die Überwachung der Netze begrüßte der Energie-Spezialist.