Unattraktiv

VEA-Studie zeigt unverändert hohes Niveau der Netznutzungsentgelte

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer hat erneut die Netznutzungsentgelte untersucht und festgestellt, dass nach wie vor ein hohes Preisniveau herrscht. Zudem seien die Preise im Norden und Osten höher als im Westen und Süden und auch die Einteilung in Strukturklassen hätte keinerlei Transparenz gebracht.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) belegt in seiner aktuellen Studie über die Netznutzungsentgelte der deutschen Energieversorger, dass nach wie vor ein sehr hohes Preisniveau herrscht. Durchschnittlich kostet die Netznutzung laut VEA in der Mittelspannung 2,95 Cent pro Kilowattstunde und in der Niederspannung 6,18 Cent pro Kilowattstunde.

In den letzten sechs Monaten sind die Mittelspannungspreise durchschnittlich kaum spürbar um 0,03 Cent pro Kilowattstunde (ein Prozent) gesunken. Erschreckend seien die gravierenden Preisunterschiede zwischen den einzelnen Netzbetreibern, bemängelt der VEA. Er hat herausgefunden, dass die Preise im Norden und besonders im Osten Deutschlands höher sind als im Westen und Süden. "Nach wie vor nutzen verschiedene Versorger die Netznutzungsentgelte, um die eigenen Kunden vom Wettbewerb fernzuhalten. Mit maßlos überhöhten Entgelten werden die Angebote Dritter künstlich verteuert und für den Kunden damit unattraktiv", beschreibt Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA, der aktuelle Situation aus seiner Sicht.

"Die enormen Preisunterschiede zwischen den einzelnen Netzbetreibern sind durch nichts zu rechtfertigen. Sie sind auch nicht auf unterschiedliche Netzstrukturen zurückzuführen", wird Stuke deutlich. Die Einteilung der Stromnetze in so genannte Strukturklassen habe laut VEA keinerlei Transparenz gebracht. In der Verbändevereinbarung II plus waren 18 unterschiedliche Klassen definiert worden, um die Vergleichbarkeit der einzelnen Netzbetreiber zu erhöhen. Der VEA kann anhand seiner Datenbank aber zeigen, dass auch innerhalb einer Strukturklasse enorme Preisunterschiede bestehen. "Das einzige, was die Einteilung in Strukturklassen gebracht hat, ist die Verfestigung des Eindrucks, dass die Preise nicht von den jeweiligen Netzstrukturen abhängen, sondern im Einzelfall willkürlich festgelegt werden", so Stuke weiter.

Die von den Kartellbehörden angestrengten Missbrauchsverfahren gegen einzelne Betreiber, die auf Grundlage von Preisvergleichen des VEA eingeleitet wurden, würden noch keine Auswirkungen zeigen. Daher fordert der VEA die Regierung auf, die geplante Verrechtlichung der Verbändevereinbarung fallen zu lassen und statt dessen eine Regulierungsinstanz zum Beispiel bei den Kartellbehörden ins Leben zu rufen. Nur so könne endlich für mehr Wettbewerb und somit auch für marktgerechte Energiepreise gesorgt werden. "Der Netzzugang ist der Schlüssel zum Wettbewerb. Diese Tür darf die Regierung nicht verschließen. Sie muss zum Nutzen aller daran arbeiten, dass diese Tür endlich geöffnet wird", fordert Stuke abschließend.