Weiterer Anstieg

VEA-Strompreisvergleich: Viel Arbeit für RegTP

Laut aktuellem VEA-Strompreisvergleich sind die günstigsten Netzgebiete GEW RheinEnergie (Köln), Stadtwerke Mainz und Stadtwerke Düsseldorf. Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt sind nach wie vor TEAG (Erfurt), Avacon (Sachsen-Anhalt) und die Wemag (Schwerin).

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) hat in seinem aktuellen Strompreisvergleich für mittelständische Industriekunden einen Preisanstieg von 1,7 Prozent seit Januar 2004 errechnet. "Auch wenn das Tempo etwas nachgelassen hat, kennen die Strompreise nach wie vor nur eine Richtung: nach oben", kommentierte Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA.

Die halbjährlich erscheinende VEA-Studie zeige laut Stuke ein weiteres Mal die Schwachstellen des deutschen Energiemarktes auf. Besonders bedenklich sei, dass der Anteil der Durchleitungskosten an den Stromkosten gestiegen ist. Noch bevor der Regulierer seine Arbeit aufnehme, würden Monopole ausgenutzt und die Preise im Bereich Netz kräftig erhöht. "Eine Vielzahl von Versorgern will offenbar rechtzeitig ihre Pfründe retten", vermutet Stuke.

"Die im jeweiligen Netzgebiet betroffenen Unternehmen werden doppelt gestraft. Zum einen erhöht das lokale Energieversorgungsunternehmen mit Hinweis auf gestiegene Durchleitungskosten die Strompreise, und zum anderen wird es anderen EVU unmöglich gemacht, den Kunden günstige Wettbewerbsangebote zu unterbreiten." Der VEA fordert daher von der Politik, endlich die Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes vorzunehmen. Stuke: "Dem wettbewerbsschädigenden Verhalten eines Teils der Versorgungswirtschaft muss jetzt schnell ein Riegel vorgeschoben werden."

Im aktuellen VEA-Strompreisvergleich wurden 51 Netzgebiete untersucht, in denen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs anfallen. Ermittelt wurden die von den Kunden zu erzielenden Komplettpreise vor Steuern. Nach wie vor liege der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern mit 8,28 Cent pro Kilowattstunde deutlich über dem mittleren Preis in den alten Bundesländern (7,66 Cent pro Kilowattstunde). Die günstigsten Netzgebiete sind laut Studie derzeit GEW RheinEnergie (Köln), Stadtwerke Mainz und Stadtwerke Düsseldorf. Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt seien nach wie vor TEAG (Erfurt), Avacon (Sachsen-Anhalt) und die Wemag (Schwerin). Das Preisgefälle werde vor allem von den deutlich höheren Netznutzungsentgelten in den neuen Bundesländern verursacht.