VEA-Strompreisvergleich: Strom wieder teurer

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Strom ist in den vergangenen zwölf Monaten um 7,5 Prozent teurer geworden. Das ist das Ergebnis des aktuellen Strompreisvergleichs des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer (VEA), Hannover. Hauptursache für diese Entwicklung seien die veränderten gesetzlichen Rahmenbedingungen, schlussfolgert der VEA. Aufgrund der Gesetze zum Ausbau der erneuerbaren Energien (EEG) und der Kraft-Wärme-Kopplung (KWKG) stieg der Preis je Kilowattstunde um fast einen Pfennig.


Mit Ausnahme des EW Wesertal haben alle am VEA-Preisvergleich beteiligten Energieversorger einen entsprechenden Aufschlag auf den Strompreis erhoben. Die Mehrkosten betragen je nach Versorger zwischen 0,32 Pfennig (e.dis Energie Nord) und 2,30 Pfennig (Bewag). "Verbraucher sollten darauf achten, dass es keine gesetzliche Grundlage für die Weitergabe der Kosten an die Kunden gibt", rät Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA. Vielmehr müsse im Vertrag zwischen Kunde und EVU eine solche Weitergabe vereinbart sein.


Nach wie vor groß sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen. Zwischen dem günstigsten Anbieter, den Stadtwerken Lippstadt, und den teuersten Versorgern besteht ein Preisunterschied von etwa 7,5 Pfennig pro Kilowattstunde, da sind mehr als 70 Prozent. Der VEA rät, sich vor Abschluss eines neuen Vertrages beraten zu lassen. Nach Beobachtungen des Verbands, gingen die Versorger dazu über, die aus ihrer Sicht ungünstigen Verträge zu kündigen und den Kunden neue Verträge mit deutlich schlechteren Konditionen anzubieten.


Eine Entspannung kann es laut Stuke nur durch verstärkten Wettbewerb geben: "Der Strompreis wird im wesentlichen von den Kosten für die Energieerzeugung und die Netznutzung bestimmt. Die Energieerzeugung wird definitiv teurer. Erheblichen Spielraum bieten aber die in Deutschland viel zu hohen Netznutzungsentgelte." Das vom Kartellamt eingeleitete Missbrauchsverfahren gegen die e.dis Energie Nord sei allerdings nur ein erster Schritt. Auch bei einer Vielzahl anderer Anbieter seien die Netznutzungsgebühren so hoch, dass andere Lieferanten keine wettbewerbsfähigen Angebote geben könnten. Im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland müsse eine solche wettbewerbsverhindernde Praxis unterbunden werden.