Steuer als Preistreiber

VEA: Strom 20 Prozent teurer

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) belegt mit seinem neusten Strompreisvergleich dramatische Preissteigerungen beim Strombezug für mittelständische Industriekunden. Insgesamt sei Strom im letzten Jahr 20 Prozent teurer geworden. Rund die Hälfte der Preissteigerung gehe dabei zu Lasten der Stromsteuer, bilanziert der VEA.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

"Die Bundesregierung kann den Unternehmen nicht immer neue Belastungen aufbürden und gleichzeitig mit dem baldigen Aufschwung rechnen. Bei der jetzt anstehenden Steuerreform sollte die Rücknahme dieser exorbitanten Erhöhung Priorität haben. Energie muss für das produzierende Gewerbe bezahlbar sein", fordert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA.

Auch die "Quersubventionierung" durch Netznutzungsentgelte führte der VEA als Kritikpunkt auf. Etwa 40 Prozent der Stromkosten würden durch die Entgelte für die Netznutzung verursacht. "Solange die Netze in den Händen der Stromversorger sind, werden diese die Gebühren auch weiterhin künstlich hoch halten, um sich Konkurrenz vom Leib zu halten", so Stuke. Eine Entspannung der Lage erhofft sich der VEA jedoch von der geplanten Regulierungsinstanz. "Wichtig ist, dass der Regulierer schnell kommt, dass er unabhängig ist und dass er weit reichende Kompetenzen hat. Nur dann kann die Preisspirale durchbrochen werden."

Der aktuelle VEA-Strompreisvergleich untersucht 50 Netzgebiete, in denen etwa zwei Drittel des deutschen Stromverbrauchs anfallen. Ermittelt werden die von den Kunden zu erzielenden Komplettpreise vor Steuern. Nach wie vor ist der durchschnittliche Strompreis in den neuen Bundesländern mit 7,53 Cent pro Kilowattstunde deutlich über dem mittleren Preis in den alten Bundesländern (6,91 Cent pro Kilowattstunde). Die günstigsten Netzgebiete sind derzeit EWR Worms, HEAG Darmstadt und GEW RheinEnergie Köln.

Die teuersten Versorger in den alten Bundesländern sind immer noch die Schleswag in Rendsburg, EAM in Kassel und Avacon in Niedersachsen. Die teuersten Versorgungsgebiete in Ostdeutschland und auch insgesamt sind das der TEAG in Erfurt, Avacon in Sachsen-Anhalt, Wemag in Schwerin und e.dis in Fürstenwalde.