Kritik

VEA: Staat nicht allein Schuld an hohen Strompreisen

Der Bundesverband der Energie-Abnehmer kann die Argumentation des Energiebranchenverbands VDEW, nur der Staat sei an den steigenden Strompreisen Schuld, nicht nachvollziehen. Der VDEW wolle sich aus der Verantwortung stehlen, denn maßgeblicher Preistreiber seien die gestiegenen Netznutzungsentgelte.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Bundesverband der Energie-Abnehmer e.V. (VEA) hat die Darstellung des Verbands der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), die derzeit hohen Strompreise seien lediglich auf den gestiegenen Staatsanteil zurückzuführen, scharf kritisiert. Der VEA macht die Versorgungswirtschaft für die Preise mit verantwortlich.

Dies zeige sich deutlich an den Preisvergleichen, die der VEA regelmäßig erstellt. Der letzte Vergleich der Netznutzungsentgelte (Stand Januar 2004) ergab Unterschiede von bis zu 150 Prozent. "Strukturelle Unterschiede in den Versorgungsgebieten, die von den Netzbetreibern immer wieder als Ausrede vorgeschoben werden, können nicht als Grund für derart eklatante Preisspannen herhalten. Vielmehr ist es so, dass einige Versorger die Netznutzung künstlich verteuern, um Wettbewerb zu verhindern", erläutert Manfred Panitz, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des VEA, seine Sicht der Dinge.

Zwar sei der Staatsanteil an den Stromkosten unbestritten in den letzten Jahren tatsächlich gestiegen, aber die Energiewirtschaft schiebe die Fehler des Staates vor, um von den eigenen Mängeln abzulenken, konstatierte der VEA. Die Oligopolbildung der großen Versorger und die Abschottung des Marktes gegen Wettbewerb seien die maßgeblichen Preistreiber. "Es ist unerträglich, dass der VDEW sich aus der Verantwortung stehlen will. Dieses Verhalten zeigt aber, wie dringend der deutsche Markt einen schlagkräftigen Regulierer braucht", macht Panitz abschließend keinen Hehl aus seiner Beantwortung der Schuldfrage.