Statistik

VEA-Preisvergleich: Netznutzungsentgelte steigen wieder

Die deutschen Netznutzungsentgelte steigen wieder - das ist jedenfalls das Fazit, das der Bundesverband der Energie-Abnehmer (VEA) aus seinem aktuellen Vergleich der Netznutzungsentgelte für Industriekunden zieht. Durchschnittlich kostet die Netznutzung netto 2,92 Cent pro Kilowattstunde.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Hannover (red) - In den letzten sechs Monaten sind die Netznutzungsentgelte in Deutschland im Durchschnitt um 0,1 Prozent gestiegen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Preisvergleichs der Netznutzungsentgelte für Industriekunden des Bundesverbands der Energie-Abnehmer e. V. (VEA).

"Von diesem geringfügigen Anstieg sollte man sich nicht täuschen lassen. Er markiert nur die Ruhe vor dem Sturm. Bereits in den nächsten Monaten planen drei der vier großen Übertragungsnetzbetreiber eine deutliche Erhöhung ihrer Netznutzungsentgelte", erläutert Dr. Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA, die aktuellen Zahlen.

Hauptursachen für die nach "wie vor zu hohen Entgelte" seien u.a. die fehlenden Kontrollmöglichkeiten und der mangelnde Wettbewerb. "Das Fatale an der Situation ist, dass die hohen Entgelte nicht nur Folge des fehlenden Wettbewerbs sind, sondern auch Ursache dafür. Der Wettbewerb auf dem Strommarkt steht und fällt nämlich mit der Sicherstellung eines frei wählbaren und kostengünstigen Netzzugangs. Dieser wird aber mittels der hohen Entgelte gerade verhindert", analysiert Stuke.

Seiner Meinung nach müssen sich die Kunden auf weiter steigende Preise einstellen, wenn nicht sofort der Regulierer für ein Ende der Preistreiberei sorge. Die Politik sei jetzt gefordert, die rechtlichen Grundlagen für ein erfolgreiches Auftreten des Regulierers zu schaffen.

Am günstigsten ist die Netznutzung durchschnittlich in Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Berlin, wobei die Entgelte in Hessen gegenüber dem letzten VEA-Vergleich sogar noch gesunken sind. Das meiste Geld muss durchschnittlich in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg für die Nutzung der Stromnetze gezahlt werden. Zwischen dem teuerstem Bundesland (Thüringen) und dem billigsten Bundesland (Hamburg) liegt eine durchschnittliche Differenz von netto 0,97 Cent pro Kilowattstunde. Der Mittelwert aus den Netznutzungsentgelten der 873 vom VEA untersuchten EVUs beträgt netto 2,92 Cent pro Kilowattstunde.