Oft nicht wettbewerbsfähig

VEA-Preisvergleich: Fernwärmekosten steigen auf Rekordniveau

Der aktuelle Preisvergleich für Fernwärme des Bundesverbandes der Energie-Abnehmer e. V. (VEA) mit Stand Oktober 2006 zeigt erheblich gestiegene Bezugskosten. Außerdem wurden bundesweit große regionale Unterschiede festgestellt. Die Wettbewerbsfähigkeit sei teilweise nicht gegeben, so der Verband.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (red) - Der Preisvergleich zeigt am Beginn der Heizperiode im Vergleich zu 2005 eine Preiserhöhung von 11,9 Prozent im Westen Deutschlands. In den neuen Bundesländern sind es durchschnittlich 14,9 Prozent. Die Verteuerung der letzten Jahre setzt sich damit auch 2006 fort, so der Verband. Seit 2001 betrage die kumulierte durchschnittliche Preiserhöhung für Verbraucher über 30 Prozent. Der VEA vergleicht jedes Jahr die Bezugskonditionen von knapp 100 Fernwärmeversorgungsgebieten für größere gewerbliche bzw. industrielle Kunden.

Zwischen den 65 in der Studie untersuchten Fernwärmeversorgungsunternehmen bestehen teilweise enorme preisliche Diskrepanzen. In Ostdeutschland werden Kunden beim Fernwärmebezug im Durchschnitt deutlich höher belastet als Abnehmer im Westen. "Die höheren Fernwärmekosten sind ein klarer Wettbewerbsnachteil, der umso schwerer wiegt, da der Standort ‚Neue Bundesländer’ bereits mit höheren Strompreisen belastet ist", so Volker Stuke, Geschäftsführer des VEA.

Aber nicht nur das Ost-West-Gefälle sei auffällig. Im norddeutschen Raum etwa beträgt die Kostendifferenz zwischen günstigen Anbietern (z. B. Stadtwerke Neumünster) und teuren Anbietern (z. B. e.on Avacon in Lüneburg) über 80 Prozent. "In einer Vielzahl von Versorgungsgebieten ist die Fernwärmeversorgung gegenüber einer Eigenversorgung auf Gas- oder Ölbasis nicht wettbewerbsfähig", erklärt Stuke. Nach den Erfahrungen des VEA sei in vielen Fällen aber durch eine dezentrale Versorgung eine deutliche Senkung der Wärmekosten möglich.

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